Firmeninsolvenzen in Brandenburgs Bauhauptgewerbe um 50 Prozent zurückgegangen
Die Anzahl der Firmeninsolvenzen im
brandenburgischen Bauhauptgewerbe ist im ersten Quartal 2009 um die
Hälfte zurückgegangen. Das teilte die Fachgemeinschaft Bau Berlin und
Brandenburg e.V. in ihren „Bauwirtschaftlichen Eckdaten“ mit.
Demnach
gingen von Januar bis März 2009 in Brandenburg 16 Firmen pleite und
damit 50 Prozent weniger als noch im gleichen Zeitraum im Vorjahr: „Das
ist eine positive Entwicklung für Brandenburg“, kommentiert Wolf
Burkhard Wenkel, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau. „Für
Berlin zeigt sich jedoch eine andere Situation: Hier haben bereits im
ersten Quartal dieses Jahres 13 Firmen Insolvenz angemeldet. Das sind
genauso viele wie im letzten Jahr, von einem Rückgang ähnlich dem in
Brandenburg also keine Spur!
Diese Entwicklung führt uns beispielhaft
die Gefährlichkeit des Mindestlohnunterschiedes zwischen Berlin und
Brandenburg vor Augen. Bereits jetzt liegt der Mindestlohn zwei in
Berlin um 2,90 Euro höher als der in Brandenburg. Ab 1.9. wird der
Unterschied auf 3,50 Euro vergrößert. Damit haben Berliner Betriebe im
Vergleich zu den Brandenburgern bei Ausschreibungen keine Chancen. Das
ist grobe Wettbewerbsverzerrung und für uns nicht hinnehmbar!“
Die Fachgemeinschaft Bau fordert einen einheitlichen Mindestlohn für die Baubranche, um zu verhindern, dass Betriebe wie in Berlin schlechter gestellt werden: „Nur so können Firmeninsolvenzen verhindert und die regionale Konjunktur nachhaltig stabilisiert werden,“ führt Wenkel aus. Er appellierte an den Bundesarbeitsminister, diesen Mindestlohntarifvertrag über den Verordnungsweg nicht für allgemeinverbindlich zu erklären.
Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Mit ihren rund 900 Mitgliedern ist sie der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region. Als Mitglied ist die Fachgemeinschaft Bau zudem im Zweckverbund Ostdeutscher Bauverbände (ZVOB) organisiert, der mit seinen ca. 2.600 Mitgliedern als größter ostdeutscher Spitzenverband die Anliegen der ostdeutschen Bauwirtschaft gegenüber Bundes- und Landespolitik vertritt.
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