09.06.2009 | 10:30 Uhr
LBS-Wohnungsmarktanalyse 2009
Auch im Norden und Osten bemerkenswerte
Preisstabilität - Günstige Bedingungen für Wohneigentumsinteressenten
Berlin
(ots) - Häuser und Eigentumswohnungen sind zur Zeit lohnende
Kaufobjekte. "Gerade in der Krise erweisen sie sich als wertstabil",
betonte Verbandsdirektor Hartwig Hamm heute bei der Vorstellung der
LBS-Wohnungsmarktanalyse 2009 in Berlin. Sie stellten eine sichere
Anlageform dar, und bei dem aktuell extrem niedrigen Zinsniveau sei
Kaufen häufig schon von Anfang an günstiger als Mieten. Angesichts des
schwachen Wohnungsneubaus müsse im übrigen damit gerechnet werden, dass
das Angebot in den nächsten Jahren eher knapper und teurer werde.
Basis
der Veröffentlichung ist die jährliche Umfrage bei den
LBS-Immobiliengesellschaften (LBS-I) und Sparkassen. Mit knapp 26.000
vermittelten Objekten (im Jahre 2008) sind die Immobilientöchter der
LBS mit Abstand die größte Maklergruppe Deutschlands. Ihre Fachleute
berichten jeweils im Frühjahr über die aktuelle Angebots-, Nachfrage-
und Preissituation für die wichtigsten Wohnungsmarktsegmente in weit
über 600 Städten Deutsch-lands.
Auch die aktuellen Daten zeigen
erhebliche regionale Preisunterschiede für Wohneigentum, nach dem Motto
"Höherer Wohlstand, höhere Preise". Das gilt gerade auch für gebrauchte
frei stehende Einfamilienhäuser, die nach der LBS-Analyse auf der
Beliebtheitsskala ganz oben rangieren. Preisführer ist hier erneut die
bayerische Landeshauptstadt München. Dort kostet das typische
Bestandsobjekt in mittlerer bis guter Lage 730.000 Euro und damit gut
10 Prozent mehr als im Vorjahr. Unter den Großstädten liegt Wiesbaden
auf Platz 2 mit 600.000 Euro, mit einigem Abstand dahinter folgen
weitere west- und südwestdeutsche Zentren wie Heidelberg (490.000
Euro), Frankfurt (470.000 Euro), Freiburg (460.000 Euro) sowie
Düsseldorf und Stuttgart (mit 450.000 Euro).
Die teilweise
erhebliche Attraktivität der Umlandgemeinden, aber auch touristisch
geprägter Regionen zeigt sich nach Angaben des LBS-Sprechers daran,
dass die Objekte etwa im Frankfurter Raum - besonders ausgeprägt in Bad
Homburg, Eschborn und Oberursel mit 600.000 Euro - deutlich teurer sind
als in der Mainmetropole selbst. Eine vergleichbare Situation findet
man im Umland von Stuttgart oder von Düsseldorf, wo etwa auch in
Ratingen der typische Preis bei 450.000 Euro liegt. Im Voralpenraum
ragen Städte wie Starnberg (625.000 Euro) und Garmisch-Partenkirchen
(590.000 Euro) heraus.
Auf der anderen Seite gibt es nach der
LBS-Übersicht große Städte mit über einer halben Million Einwohnern,
bei denen das Preisniveau für gebrauchte Einfamilienhäuser um 200.000
Euro pendelt: nicht nur in Leipzig (185.000 Euro), sondern auch in
Hannover (200.000) und Bremen (210.000 Euro). In manchen norddeutschen
Großstädten liegt es noch einmal deutlich niedriger, in Bremerhaven
sogar nur bei 80.000 Euro. Auch in ostdeutschen Städten wie Halle
(125.000 Euro) finden sich ausgesprochen gut bezahlbare
Einfamilienhäuser.
Noch keine Markterholung sehen die
LBS-Experten beim Neubau von Reiheneigenheimen. Hier gehen sie
kurzfristig noch einmal von einer rückläufigen Nachfrage aus, die
vorübergehend mit einer weiteren Abschwächung der Neubautätigkeit
verbunden sei. Gerade Familien litten offenbar immer noch unter der
Abschaffung der Eigenheimzulage, und die Impulse aus der neuen
Wohn-Riester-Förderung machten sich noch nicht in der Breite bemerkbar.
"Dabei sind die Einstiegspreise zur Zeit alles andere als schlecht",
sagte der LBS-Verbandsdirektor. Denn selbst in Westdeutschland bewegen
sich die Durchschnittspreise für neue Reihenhäuser in Groß- und
Mittelstädten unverändert um 200.000 Euro, im Osten und Norden liegen
sie sogar nur bei 130.000 bis 160.000 Euro. Lediglich in den
süddeutschen Großstädten signalisiere der noch einmal leicht gestiegene
Durchschnittspreis von 280.000 Euro die vielerorts vorhandenen
Engpässe.
Bei gebrauchten Reihenhäusern gibt es laut
LBS-Analyse ähnliche regionale Unterschiede. Im Schnitt würden sie
gegenüber Neubauten einen Preisvorteil von 15 bis 20 Prozent aufweisen.
Insgesamt schätzen die Experten die Nachfrage nach entsprechenden
Objekten weiterhin als konstant ein. Vor allem im Umland der großen
Zentren wie im Frankfurter Raum kosten Reihenhäuser aus dem Bestand in
ihren integrierten Lagen teilweise sogar ähnlich viel wie Neubauten.
Bei
neuen Eigentumswohnungen registrieren die LBS-Vermittler neben dem
Süden auch im Norden vielerorts wieder leicht steigende Preise. Im
wesentlichen entstünden sie an touristisch interessanten Standorten
sowie in den Ballungsräumen. Dort gelte Wohneigentum auf der Etage als
preisgünstigere Alternative für die knappen Eigenheimangebote. Den
Spitzenwert in Deutschland erreicht in diesem Jahr Starnberg mit 3.550
Euro pro Quadratmeter, gefolgt von München (3.400 Euro),
Garmisch-Partenkirchen (3.300 Euro), Freiburg (3.200 Euro) sowie
Hamburg (mit 3.000 Euro).
Das untere Ende der Preisskala bei
den Großstädten markiert Cottbus mit 1.000 Euro pro Quadratmeter für
eine neue Eigentumswohnung. Einige Mittelstädte unterschreiten sogar
diese Schwelle. Unter den Metropolen liegen die Quadratmeterpreise
nicht nur in Dresden und Leipzig, sondern auch in Bremen und Hannover
sowie den Ruhrgebietsstädten Essen und Dortmund in einer moderaten
Bandbreite von 1.750 bis 2.000 Euro.
Bei gebrauchten
Eigentumswohnungen stellen die LBS-Experten insgesamt eine stabile
Nachfrage fest. Das gleichzeitig zunehmende Angebot aus dem Bestand
drücke aber noch auf die Preise. Derzeit betrage der Abschlag für
gebrauchtes Wohneigentum auf der Etage im Vergleich zu Neubauten über
30 Prozent. In den Groß- und Mittelstädten Nord- und Ostdeutschlands
liegen die Preise laut LBS-Immobilienpreisspiegel häufig um oder sogar
unter 1.000 Euro pro Quadratmeter, im Süden bei knapp 1.500 Euro pro
Quadratmeter.
Beim Bauland rechnen die LBS-Vermittler -
parallel zu der schwachen Neubautätigkeit - noch nicht mit einer
Ausweitung des Angebots. In diesem Markt zeigen sich im übrigen mit
Abstand die größten regionalen Preisunterschiede. Der Quadratmeter
kostet in den süddeutschen Groß- und Mittelstädten nach einem Anstieg
auf 300 Euro (2008: 280 Euro) mehr als doppelt so viel wie im Norden
(120 Euro) und sogar viermal so viel wie im Osten (70 Euro). Extreme
Knappheit signalisieren die Spitzenpreise für Grundstücke in den süd-
und südwestdeutschen Großstädten München (800 Euro), Stuttgart (650
Euro) und Heidelberg (630 Euro). In vielen Mittelstädten ist Bauland
aber nach wie vor für unter 100 Euro pro Quadratmeter zu haben.
Nach
Aussage des LBS-Verbandsdirektors sprechen auch die Zahlen der
LBS-Immobiliengesellschaften im ersten Quartal 2009 dafür, dass die
Nachfrage nach Wohneigentum lebendig bleibt. Die von ihnen vermittelten
Käufe von Einfamilienhäusern aus dem Bestand hätten nämlich gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent zugenommen - bei
Durchschnittspreisen, die leicht über dem Wert des Jahres 2008 (145.000
Euro) liegen.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind für den
LBS-Sprecher offenkundig: Die Unsicherheit über die Wirtschafts- und
Arbeitsmarktlage beeinträchtigt die Immobiliennachfrage in Deutschland
nur in engen Grenzen. Nachhaltig leiden dürften sie dagegen gleich aus
mehreren Gründen nicht: So seien hierzulande die Preise schon sehr
lange stabil gewesen. "Preisblasen, die es nicht gibt, können auch
nicht platzen", so Hamm. Zudem werde die Wohnimmobilie als sichere und
solide Anlageform mehr denn je geschätzt. Schließlich mache ein extrem
niedriges Zinsniveau gerade jetzt die Finanzierung leicht. Vielfach
koste die Finanzierung von Wohneigentum nicht mehr als die Miete für
ein vergleichbares Objekt. "Schutz vor Mietsteigerungen und die
Aussicht auf mietfreies Wohnen im Rentenalter kostet den Käufer heute
also praktisch nichts", so Hamm abschließend.
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