Leipziger Studenten entwerfen Skulpturen aus Leichtbeton
Berlin, 17. Juli 2009 – „Wasserspiele“
war in diesem Sommersemester das Motto für die Architekturstudenten im
Hauptstudium an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur
(HTWK) in Leipzig. In den Laborräumen der HTWK gestalteten sie
Skulpturen aus Leichtbeton. Dabei galt es, den Beton in irgendeiner
Form mit Wasser in Verbindung zu bringen und mit spielerischen
Elementen zu verknüpfen. Ziel der Aktion war es, den angehenden
Architekten ein Gefühl für den Baustoff zu vermitteln und ein wenig
Praxis in den Studienalltag zu bringen.
Der Beton wird in die vorher angefertigten Schalungen gegossen. Foto: BMO
Phantasie
und Geschick waren von den Studenten gefordert. Wie im richtigen
Baualltag mussten sie für ihre Skulpturen zunächst Skizzen erstellen,
dann die Schalungen aus Gips, Holz oder Styropor bauen, den Beton
selbst anmischen und die Formen ausgießen. Als echte Herausforderung
gestaltete sich jedoch die Aufgabe, den Beton mit dem Element Wasser zu
verbinden. Hier war das Prinzip des Brunnens für viele die einfachste
Lösung. Kleine Teich- und Brunnenpumpen wurde in die Skulpturen
eingearbeitet und erweckten den kühlen Beton zum Leben – sei es in Form
einer Fontäne, die sich in hohem Bogen über die Figur ergoss oder als
kleines Rinnsaal, das über Furchen und Rinnen die Seiten der Skulptur
hinab lief. Die Figuren selbst waren in fast jeder Form und Größe zu
bestaunen, von völlig abstrakt bis hin zur Nachbildung eines
Baumstammes oder einer Wildwasserbahn. In jeder einzelnen steckte eine
kleine Geschichte, die die Studenten beim Entwurf inspiriert hatte. Für
Marcel Grube diente beispielsweise die Umgestaltung des Südraum
Leipzig, eines ehemaligen Tagebaugebietes, in eine blühende
Seenlandschaft als Vorlage und für Albrecht Pallas eine Tulpe, die er
im Frühjahr im Vorgarten seiner Eltern gepflanzt hatte.
Zwei
Studentinnen brachten den Beton zum Schwimmen und verliehen somit dem
Beton Bewegung, während das Wasser den passiven Part erhielt. Die eine
Studentin entwarf mehrere flache ovale Schwimmkörper, die auf der
Oberfläche die Struktur von Fingerabdrücken nachbildeten und somit
bleibende Eindrücke im Wasser hinterlassen. Die zweite entwickelte
einen schwimmenden Quader von ca. 50 cm Kantenlänge, der sich laut
eigenen Aussagen hervorragend eignet, um bei einer Feier am See, den
Bierkasten vom einen an das andere Ufer zu befördern. Also Zugelement
dient hier ein kleines ferngesteuertes Motorboot.
Fachlich
begleitet wurden die Studenten von Dipl.-Ing. (FH) Martin Grünert,
Leiter des Wahlpflicht-Kurses „Modellbau“. Von den Ergebnissen war er
selbst positiv überrascht. Mit Begeisterung und Hingabe
experimentierten die Studenten trotz vieler Fehlversuche so lange an
Schalung und Material, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden waren. Auch
die viele Freizeit, die die Studenten teilweise für die Skulpturen
geopfert haben, überraschte Grünert im Nachhinein.
Anfang Juli
wurden die Figuren ausgeschalt. Die fertigen Skulpturen wurden Mitte
Juli in der HTWK versteigert. Mit dem Erlös wollen die Studenten
weitere derartige Projekte finanzieren.
Bei der Vorbereitung
der Betonarbeiten wurde die Hochschule von BetonMarketing Ost
unterstützt. Gearbeitet wurde mit einer Leichtbeton-Fertigmischung.
Insgesamt ein Kubikmeter Leichtbeton wurde angemischt und dann zu
verschiedensten Objekten verarbeitet.
Die Wahl fiel bei der
Aktion nicht zufällig auf den Baustoff Beton, denn dieser bietet ein
enormes Gestaltungspotential. „Die Grenzen des Betons sind die Grenzen
unserer Phantasie.“, sagte einmal Bernd Hillemeier, Professor für
Baustoffkunde an der Technischen Universität Berlin. Der verwendete
Leichtbeton ist ideal für konstruktive und gestalterisch anspruchsvolle
Bauvorhaben. Im heutigen Baugeschehen findet Leichtbeton in vielen
Bereichen Anwendung; beispielsweise zum Verfüllen von Sandwichplatten
und Schalungssteinen, zum Betonieren von Stützen, Pfeilern, Decken und
Böden, aber auch bei der Renovierung und Sanierung von Gebäuden sowie
beim Bau von Industrieanlagen, Wohn- und Geschäftshäusern.
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Anja Burger
BetonMarketing Ost GmbH
Teltower Damm 155
14167 Berlin
Fon: 0341/ 6 02 27 94
Fax: 0341/ 6 02 27 96
E-Mail:
burger[dont like]@[spam]bmo-berlin.de
Foto oben: Die Studenten schalen die Skulpturen aus. Foto: BMO
Foto rechts: Die Figur von Albrecht Pallas bildet im inneren Teil eine Tulpe nach.
Als Vorlage diente eine Tulpe, die er im Frühjahr im Garten seiner
Eltern gepflanzt und das Wachsen, Blühen und Verblühen beobachtet
hatte. Die Fontäne im innern der Tulpe soll diesen Prozess des
Aufblühens und Verblühens wiederspiegeln. Foto: BMO
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