Blicke in Vergangenheit und Zukunft
Außenansicht des Dokumentationszentrums Bergen-Belsen - Blick auf die U-förmige Glasfassade
Pressemitteilung von: Glas Wagener
(openPR)
- Würdevolles, differenziertes und anschauliches Erinnern im
Dokumentationszentrum
Kann Architektur aufklären? Kann ein heutiges Bauwerk die nur noch
schwer zu begreifende Geschichte seines Standortes begreifbar machen?
Mit dem neuen Dokumentationszentrum des ehemaligen Konzentrationslagers
Bergen-Belsen im Norden Niedersachsens gelingt diese anspruchs-volle
Aufgabe – durch seine Exponate, seine didaktische Konzeption, nicht
zuletzt jedoch auch durch seine Gestalt selbst. Der mit dem
Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2008 ausgezeichnete Bau
ermöglicht den „offenen Blick“ in die Vergangenheit durch sein
architektonisches Herzstück – eine dreiseitige Glasfassade über die
gesamte Stirnfront des langgestreckten, monolithisch wirkenden
Gebäudes.
Das Dokumentations- und Informationszentrum der Gedenkstätte
Bergen-Belsen wurde am Rande des Geländes des ehemaligen
Konzentrationslagers neu geschaf-fen. Der Neubau erhielt im Winter
2008/2009 den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur. Der
niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann würdigte das Zentrum als
„wichtigstes neues Bauwerk Niedersachsens seit Jahren“. Der Entwurf des
Bauwerkes stammt von dem Braunschweiger Architekturbüro KSP Engel und
Zimmermann. Das 200 Meter lange und 18 Meter breite, monolithische
Gebäude enthält eine Ausstellung über die drei geschichtlichen
Abschnitte Bergen-Belsens als Kriegsgefangenenlager,
Konzentrationslager und Unterkunft so genannter „Displaced Persons“,
durch den Zweiten Weltkrieg heimatlos gewordener Flüchtlinge.
Das von Glas Wagener (Kirchberg/Hunsrück) gelieferte Glas erfüllt
einige Funktionen, die für die Anwendung im Museum nötig sind. So ist
die extrem dicke Scheibe des Typs „Solarlux“ (Sonnenschutzglas)
alarmgesichert und durch ihre hohe Stabilität absturzsicher. Dies dient
auch einem architektonischen Zweck. So entfällt eine Absperrung vor der
Fensterfläche und der Besucher tritt noch näher an die Fläche, die den
freien Blick zulässt.
Den Blick öffnen
Die architektonische Aussage des Gebäudes bündelt sich an seiner
Stirnseite, im Blick auf die Umgebung. Hier stößt der Bau an das
ehemalige Lagergelände. Es gilt als jüdischer Friedhof, der nicht
bebaut werden darf. Der Blick richtet sich durch die Glasfront auf die
nach der Befreiung angelegten Massengräber. Sie bergen einen großen
Teil der etwas 52.000 KZ-Opfer verschiedener Nationalität. Der
angrenzende Teil des Lagergeländes war jahrelang durch einen Mischwald
überwuchert, in den nun Schneisen geschlagen werden, um die innere
Aufteilung des Lagers wieder sichtbar werden zu lassen.
Die Gestalt des Gebäudes wandelt sich an dieser Stelle. Zu dem im
Zentrum dominanten Baustoff Beton tritt eine dreiteilige Front aus
Glas, die den Blick auf die ehemalige Lagerfläche freigibt. Die Ansicht
des Gräberfeldes stößt den Be-sucher am unmittelbarsten auf die
Schrecken der Vergangenheit – gerade, weil das Gesehene an dieser
Stelle nicht kommentiert, nicht eingeordnet wird. Hier helfen keine
Hinweisschilder, hier geben keine Hinweistafeln dem Wahrgenommenen
einen geistigen Rahmen.
Gleichzeitig bietet der freie Blick eine Möglichkeit der
unvoreingenommenen Begegnung, einem Begegnen, dass sich – wörtlich und
übertragen – nach vorne, nach draußen wagt, das nicht mehr nur über
geschichtliche Fakten nachsinnt, sondern an diesem Fenster Leben und
Tod selbst reflektiert. In diesem Sinne äußert sich auch die Jury des
Niedersächsischen Staatspreises für Architektur in Ihrem Urteil über
den Baukörper: „Er bewegt zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des
Ortes, ohne sich selbst in den Vordergrund spielen zu wollen. Er bewegt
zum Nachdenken, ohne dieses bestimmen zu wollen. Und er findet den Ort,
ohne ihn zu dominieren. In Verbindung mit der Ausstellung thematisiert
er die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers, ohne von dieser
erdrückt zu werden.“
Maßstäbe für anschauliches Erinnern gesetzt
Gerade diese Anschaulichkeit war es, die das aus Politikern,
Architekten und Wissenschaftlern bestehende Preisgericht in seiner
Bewertung lobend betonte: „Das Dokumentationszentrum Bergen-Belsen hat
Maßstäbe gesetzt – für ein würdevolles, differenziertes und
anschauliches Erinnern, für dieses Land ebenso wie im internationalen
Vergleich“, begründete die Jury ihre Wahl. Die Architektin Ursula
Wilms, Mitglied des Gremiums, betont auch die anspruchsvolle
handwerkliche Ausführung des Gebäudes: „Neben der Architektur verdient
auch die hohe Verarbeitungsqualität der Fassaden ein besonderes Lob“.
1940 entstand in Bergen-Belsen ein Kriegsgefangenenlager in
unmittelbarer Nä-he des Mitte der 30er Jahre errichteten
Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne, dem größten militärischen
Übungsgelände im Deutschen Reich. Seit 1943 wurde in einem Teilbereich
des bisherigen Kriegsgefangenenlagers das Konzentrati-onslager
Bergen-Belsen errichtet. Die von der britischen Armee bei der Befreiung
vorgefundenen Bilder haben Bergen-Belsen weltweit als Symbol für die
Grauen des Dritten Reiches bekannt gemacht.
Kontakt:
Hunsrücker Glasveredelung Wagener
Alexander von Mezynski
Dr.-Fritz-Ries-Str. 1
55481 Kirchberg
Tel.: 0 67 63 / 93 05-0
PR-Kontakt:
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Goethestraße 115
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel.: 0 71 71 / 9 25 29 90
Arnold
Glas ist einer der innovativsten Glasveredler Europas mit Sitz in
Rems-halden und Standorten in Merkendorf, Fürstenfeldbruck,
Lichtenstein, Kirchberg und Klagenfurt. Das Leistungsspektrum umfasst
eine umfangreiche ISOLAR-Isolierglaspalette, Einscheiben- und
Verbundsicherheitsglas, Montagezubehör sowie Dienstleistungen von der
Vorplanung bis zur Umsetzung.
Glas Wagener, 1956 gegründet, ist ein Spezialist für außergewöhnliche
Glasanwendungen und Problemlöser für Architekten und Metallbauer. Zum
Produktprogramm des Tochterunternehmens von Arnold Glas gehören u.a.
Multifunktionsisoliergläser, Lichtlenk- und Beschattungssysteme,
hochdämmende Vakuumpaneele, Structural Glazing und Photovoltaiklösungen.
Quelle und Foto: www.glas-wagener.de
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