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Volle Fördertöpfe für Haussanierer

Energie, Finanzierung, Wohnbau — geschrieben von bauinformant @ 22:46

Was es kostet, wie viel der Staat dazugibt und wann es sich rechnet

Berlin, 13. Juli 2009. Wer seinen Altbau energieeffizient sanieren möchte, profitiert derzeit von niedrigen Zinsen und besonders attraktiven staatlichen Förderungen. Von der Energieberatung über den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zur Komplettsanierung – die Fördermöglichkeiten für energetisch sinnvolle Modernisierungen sind zahlreich. „Grundsätzlich gilt, je umfangreicher die Maßnahmen sind und je besser der energetische Standard, desto mehr gibt der Staat dazu", sagt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena).


Die dena hat beispielhaft fünf typische energiesparende Sanierungen* zusammengestellt und zeigt was es kostet, wie viel der Staat dazugibt und wann sich die Investitionen rechnen. Was energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss für jedes Gebäude individuell entschieden werden. Daher ist es unverzichtbar gleich zu Beginn einen Energieberater einzubinden, der den erforderlichen energetischen Modernisierungsbedarf des Gebäudes ermittelt. Die folgenden Sanierungspakete umfassen Maßnahmen für den kleinen Geldbeutel bis hin zum energetisch optimalen Standard.

Sanierungspaket 1: Kostengünstige Maßnahmen

Jährlich Energiekosten einsparen ohne den Geldbeutel dabei stark zu belasten - das ist möglich in dem man die oberste Geschossdecke, die Kellerdecke und die Rohrleitungen dämmt, Thermostat-Ventile einbaut und die Heizung gründlich überprüft und einstellt. Werden zudem die Heizkörper regelmäßig entlüftet, die richtige Raumtemperatur gewählt, sinnvoll gelüftet und Wärmestaus vermieden, rechnen sich die Investitionen bereits nach 4 Jahren. Kosten: 3.000 €, Energieeinsparung pro Jahr: 710 €

Sanierungspaket 2: Effiziente Heiztechnik + Solar

Wer mehr machen will, kann mit dem Einbau einer Öl- oder Gas-Brennwertheizung und der Installation einer solarthermischen Anlage zur Trinkwassererwärmung Energiekosten sparen. Nach 8 Jahren sind die Kosten gedeckt. Kosten: 9.515 €, Staatliche Förderung: 785 €, Energieeinsparung pro Jahr: 1.120 €

Sanierungspaket 3: Sanierung der Gebäudehülle

Mit der Sanierung der Gebäudehülle profitieren Hausbesitzer gleich doppelt: Denn eine gute Gebäudedämmung schützt im Winter vor Wärmeverlusten und hält im Sommer für lange Zeit die Hitze draußen. Um die Fördermittel zu bekommen, werden die Außenwände mit mindestens 14 cm Dämmstoff, das Dach mit mindestens 16 cm und die Kellerdecke mit mindestens 11 cm gedämmt. Zudem werden Fenster mit 2-Scheiben Wärmeschutzverglasung eingebaut. Die Modernisierung rechnet sich nach 14 Jahren. Kosten: 26.730 €, Staatliche Förderung: 2.170 €, Energieeinsparung pro Jahr: 1.780 €

Sanierungspaket 4: Rundum-Sanierung auf Neubau-Niveau

Den Altbau so zu sanieren, dass er die energetischen Mindestanforderungen an einen heutigen Neubau erfüllt, ist technisch problemlos möglich. Neben der Dämmung des Dachs mit 20 cm Dämmstoff, der Außenwände mit 14 cm und der Kellerdecke mit 11 cm werden auch die alten Fenster gegen neue mit 2-Scheiben Wärmeschutzverglasung ausgetauscht. Die Stärke der Dämmstoffe entspricht dabei den Kriterien, um die Fördermittel zu bekommen. Zudem wird eine moderne effiziente Heizung eingebaut und eine Solaranlage mit Trinkwassererwärmung installiert. Zu einer sorgfältigen Bauausführung gehört es, die energetischen Sanierungen kompetent zu planen sowie sachkundig zu begleiten und zu prüfen. Nach 15 Jahren machen sich die Investitionen bezahlt. Kosten: 43.200 € , Staatliche Förderung: 5.690 €, Energieeinsparung pro Jahr: 2.390 €

Sanierungspaket 5: Komplettsanierung zum modernen Effizienzhaus

Wer sein Haus optimal energetisch saniert, wird mit stark reduzierten Energiekosten belohnt: rund 85 Prozent lassen sich jährlich einsparen. Der sanierte Altbau ist dann ein echtes Effizienzhaus - es verbraucht etwa 50 Prozent weniger Energie, als der Gesetzgeber von einem vergleichbaren Neubau fordert. Eine umfangreiche Dämmung des Dachs mit 30 cm Dämmstoff, der Außenwände mit 24 cm und der Kellerdecke mit 8 cm gehören ebenso dazu, wie neue Fenster mit 2-Scheiben Wärmeschutzverglasung. Zusätzlich kann beispielsweise eine Pelletheizung eingebaut und eine Solaranlage zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung installiert werden. Mit dem Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist das Sanierungspaket komplett. Alle Bauausführungen sollten durch einen Fachmann begleitet und dokumentiert werden. Die Ausgaben amortisieren sich nach 12 Jahren. Kosten: 68.300 € , Staatliche Förderung: 18.398 €, Energieeinsparung pro Jahr: 3.010 €

Hier gibt es die Förderung

Der Staat belohnt Investitionen in Energieeffizienz in Form von Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Die wichtigsten Fördertöpfe des Bundes werden durch die KfW Förderbank - www.kfw.de Externer Link - und für erneuerbare Energien durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - www.bafa.de Externer Link - bereitgestellt. Auch die Länder bieten Förderprogramme an, weshalb sich auf jeden Fall die Nachfrage beim örtlich zuständigen Umwelt- oder Bauamt lohnt. Da die Förderangebote sehr komplex sind, sollte man sich einen ersten Überblick verschaffen, z.B. unter www.energiefoerderung.info Externer Link. Die empfehlenswerte Vor-Ort-Energiesparberatung wird vom BAFA mit bis zu 300 Euro gefördert. In der Expertendatenbank der dena - www.zukunft-haus.info Externer Link - findet man Energieberater in der eigenen Umgebung, die nicht nur eine Vor-Ort-Analyse machen, sondern auch den Energieausweis ausstellen. Für geprüfte Qualitätsstandards steht dabei das dena-Gütesiegel, das zertifizierte Austeller vergeben können.


Unter www.zukunft-haus.info/presse Externer Link sind die fünf Sanierungspakete jeweils inkl. grafischer Darstellungen als digitale Pressemappe Externer Link hinterlegt.

* Freistehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1970, 150 m² Wohnfläche, unsaniert, 4 Personen-Haushalt, Energiepreis 0,08 €/kWh, Energiekosten vor Sanierung: 3.600 €/a für 45.000 kWh/a; Zinssatz für Finanzierung 5%, Energiepreissteigerung für die Amortisation 6%; Ausnahme Variante 5 / Kredit über KfW-Effizient Sanieren die ersten 10 Jahre mit 1,41% Dämmstoff der Wärmeleitgruppe 035.


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Design meets EPP (Expandiertes Polypropylen)

Forschung, Baustoffe, Veranstaltungen und Termine — geschrieben von bauinformant @ 17:54

Das neue Gesicht von EPP

Fachtagung Design meets EPP schlägt ein neues Kapitel für den Wunderschaum auf

Teilnehmer der EPP-Fachtagung 2009 "Design meets EPP"

(pressebox) Bayreuth, 13.07.2009

Die Fachtagung des EPP-Forums am 23. Juni 2009 im Zollverein Essen stand im Zeichen von Design und Kreativität. Unter dem Motto Design meets EPP präsentierten neun internationale Koryphäen aus den Bereichen Produktentwicklung, Forschung und Design aktuelle Entwicklungen und neue Trends rund um den Schaumstoff EPP.

Was die wenigsten wissen: Expandiertes Polypropylen, kurz EPP, ist nicht nur ideal für Crash-Elemente in Fahrzeugen, sondern macht auch als Design-Objekt eine gute Figur. Aus diesem Grund war auch der Tagungsort bewusst gewählt: Die Zollverein School of Management and Design, die in einem spektakulären Beton-Kubus auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zollverein Essen untergebracht ist. Sie sollte die Phantasie der teilnehmenden Produktentwickler und Designer beflügeln – und dem Wunderschaum EPP neue Perspektiven eröffnen.

EPP - Einblick in die Materie

Ein genaueres Bild vom expandierten Polypropylen, seiner Herstellung und seinen Eigenschaften lieferten die Vorträge von Dr. Peter Wolf (BASF SE), Stephan Gesusato (Kurtz GmbH) und Tim Schwegler (DMT Produktentwicklung GmbH).

Dr. Wolf verwies darauf, dass in den früheren Jahren der Schaumstoff nur versteckt zum Einsatz kam. Heute, so der BASF-Produktmanager, sind die optischen Nachtteile von EPP dank besserer Herstellungstechnik und Oberflächenbeschichtungen ausgebügelt.

Auf die wichtigen Details der Herstellung ging Stephan Gesuato ein, während Tim Schwegler die Vorteile des Multitalents EPP auf den Punkt brachte: „Immer wenn Materialeigenschaften wie Isolation, niedriges Gewicht und gute Dämpfung in Kombination gesucht werden, sind kreative Lösungen aus EPP unschlagbar.“

EPP - wandlungsfähig und vielseitig

Design und EPP stand im Mittelpunkt der weiteren Vorträge. Andreas Mägerlein (BASF SE) hob in seinem Vortrag Materialservice als Schlüssel zum erfolgreichen Design hervor, dass der Werkstoff maßgeblich das Produktdesign bestimmt.

Der österreichische Top-Designer Johann Scheiber (Scheiber Design GmbH) referierte zum Thema Form, die warm hält. Scheiber betonte die vorteilhaften Eigenschaften des Schaumstoffs wie moderate mechanische Beanspruchung, Isolationsfähigkeit, leichtes Gewicht, Robustheit und Umweltfreundlichkeit. Sein allgemeines Fazit: „Dieses Material hätte bei ausreichender Wertschätzung ungeahnte Möglichkeiten in vielen, zur Zeit wenig bedachten Bereichen – zum Beispiel Freizeitindustrie, Sport, Möbelbau etc.“

EPP - großes Potenzial für die Kreativbranche

Welche Formen EPP bereits angenommen hat, präsentierte der Essener Produktdesigner Bernd Rosenthal in EPP needs Design. Unter anderem stellte Rosenthal seine Solarstation mit digitaler Sensortechnik vor, die 2008 mit dem Produkt Design Award prämiert worden war.

Die Marktentwicklung von EPP und Trends standen im Mittelpunkt des Vortrages von Professor Volker Altstädt (Universität Bayreuth/ Neue Materialien Bayreuth GmbH). Heute findet der Schaumstoff seine Hauptanwendung in der Automobilindustrie (70 %). Der Rest entfällt auf Verpackung und technische Teile. Der Anteil vom EPP in der Freizeit-, Sport-, und Möbelindustrie beträgt nur 1 %. Gerade im Design- und Konstruktionsbereich sieht Altstädt das große Potenzial fürs EPP.

EPP in Aufbruchstimmung

Die Kreativenbranche für den Schaumstoff zu gewinnen, ist ein erklärtes Ziel des EPP-Forums. Ein bereits bewährtes Mittel ist der EPP-Design-Award. 2008 gewann der Handy-Protector von Dirk Pessler und Maria Predel den 2. Platz. (Das Sieger-Design, die bunten EPP-Eierbecher von Britta Stockinger, gehen als Give-aways des EPP-Forums in die Produktion.) Auf der diesjährigen Fachtagung zeichnete Pessler die Entwicklung des Handy-Protectors von der Idee bis zur praktischen Umsetzung nach.

Jeroen Verbrugge, dem Geschäftsführer der niederländischen Design-Schmiede Flex/the INNOVATIONLAB, ist eines klar: EPP hat seine „schüchterne“ Phase überwunden. In seinem Vortrag EPP from IN-trovert to EX-trovert betonte Verbrugge, dass sich der Schaumstoff nicht mehr verstecken braucht. Dem staunenden Publikum präsentierte er zahlreiche Design-Objekte, die er aus EPP fertigen ließ. Gleichzeitig stellte er seine neuesten Kreationen vor, die sich noch im Entwicklungsstadium befinden. Zum Beispiel: EPP-Gartenmöbel, die optisch ansprechend und praktisch zugleich sind.

Ein Bericht über die Arbeit des EPP-Forums rundete die Fachtagung ab.

Fachtagung Design meets EPP – das Fazit

Christian Traßl, Geschäftsführer des EPP-Forums, zog ein positives Fazit: „Wir wollten kreative Berufsfelder wie Designer und Produktentwickler ansprechen, die bis jetzt EPP und seine Vorzüge nicht kannten. Mit dieser Fachtagung ist es uns gelungen, sie für diesen Werkstoff zu begeistern. EPP braucht eben, wie Herr Rosenthal treffend in seinem Vortrag EPP needs Design formuliert hat, eine optisch ansprechende Form, um vollends zur Geltung zu kommen“, so Traßl. Auch andere Gesichtspunkte sind mit Erfolg vermittelt worden.

Die Referenten hoben mehrmals hervor, wie positiv sich ein originelles Design beim Umsatz auswirkt. Dass Unternehmen mit einem innovativen Material und neuen Ideen der Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgreich begegnen können, war ein weiteres Ergebnis, das die Teilnehmer mit nach Hause nahmen. „Gerade in einer Zeit wie dieser, die eigentlich eine Umkehr in vielen Produktionsbereichen geradezu fordert, wäre dieses Material für viele Unternehmen bei intelligenter Durchforschung der eingefahrenen Produktionsgegebenheiten mehr als ein Rettungsanker für diverse Produktionsstrategien“, unterstrich der Designer Johann Scheiber.

Design meets EPP war die zweite Fachtagung des EPP-Forums, der Marketingplattform rund um den Partikelschaum EPP. Neben den zahlreichen informativen Fachvorträgen war auch Platz für persönliche Begegnungen: Am Vorabend fand sich eine spontane Runde aller Tagungsteilnehmer und Referenten auf der Sonnenterrasse des Hotels in Gelsenkirchen ein.

Einfach spektakulär - Die Zollverein School of Management and Design in Essen

Nicht nur das Gelände des Weltkulturerbes Zollverein Essen zog die Tagungsteilnehmer in ihren Bann, auch die Zollverein School of Management and Design, ein rechteckiger Komplex aus unbehandeltem Beton, war beeindruckend. Schnell zogen die Designer Parallelen von der Architektur des Gebäudes zum Werkstoff EPP. Johann Scheiber: „Bei dem Beton würde niemand auf die Idee kommen, ihn anzustreichen. Normalerweise würde man den Beton hinter Tapeten verstecken.“ So wie beim Beton-Kubus der Zollverein School, sind auch beim EPP Designer und Produktentwickler gefragt, dem Material eine neue Form und ein neues Aussehen zu geben.

Die Zollverein School of Management and Design hat sich der Aufgabe verschrieben, Führungskräfte auszubilden, die „Management als Gestaltungsaufgabe verstehen und als Vordenker neue Märkte und neue Lebenswelten entwerfen wollen“. >> www.zollverein-school.de

Über EPP-Forum e.V.

Das EPP-Forum ist ein Zusammenschluss mehrerer renommierter Firmen aus den Bereichen Rohstoff, Maschinenbau, Verarbeitung und Forschung/Entwicklung, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den innovativen Werkstoff EPP (Expandiertes Polypropylen) und dessen vielfältige Einsatzmöglichkeiten publik zu machen. Produkt- und Prozessinnovationen sollen basierend auf unternehmensübergreifenden Netzwerken erleichtert werden. Die Idee hinter dem Forum ist, eine Plattform zu schaffen, die die gesamte Wertschöpfungskette des Produkts abdeckt.


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80. Geburtstag von Prof. Dr. Hugo Brandenburg

Biografien — geschrieben von bauinformant @ 07:37
In Rom zuhause
Norbert Frie, Presse- und Informationsstelle
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Prof. Dr. Hugo Brandenburg, ehemaliger Hochschullehrer für spätantike und frühchristliche Archäologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vollendet am 13. Juli sein 80. Lebensjahr. Der Archäologe, der nach der Emeritierung wieder in seine Wahlheimat Rom zurückgekehrt ist, hat sich vor allem durch das langjährige Forschungsprojekt "Archäologische Bauaufnahme der frühchristlichen Kirche S. Stefano Rotondo in Rom" internationalen Ruhm erworben.

Nach dem Abitur in Leipzig studierte der in Berlin geborene Brandenburg in Bonn Klassische Philologie und Archäologie und wurde 1962 mit seinen "Studien zur Mitra - Beiträge zur Waffen- und Tracht-Geschichte" promoviert. Danach war er zunächst am Dölger-Institut in Bonn tätig, bevor er 1965 als Referent für Frühchristliche Archäologie an das Deutsche Archäologische Institut nach Rom wechselte. 1972 habilitierte er sich an der Universität Köln mit einer Arbeit über die spätantike Sarkophagplastik.

Im Wintersemester 1982/83 folgte er dem Ruf auf die Professur für "Klassische Archäologie mit besonderer Berücksichtigung der Spätantike" am Archäologischen Seminar der Universität Münster, wo er 1993 das Studienfach "Frühchristliche Archäologie" als eigenständiges Fach in der Philosophischen Fakultät etablieren konnte.

Im Mittelpunkt seiner Arbeiten standen und stehen die Denkmäler und Zeugnisse der Jahrhunderte des Übergangs von der Antike zum Mittelalter. Dabei sind drei Forschungsschwerpunkte hervorzuheben, die alle auf seine Tätigkeit in Rom zurückgehen: Die spätantike Sarkophagplastik, die Topographie der Katakomben und der frühchristliche Kirchenbau.

Konsequent berücksichtigt er dabei das Eingebundensein der frühen christlichen Gemeinden in ihre vom antik-paganen Lebensumfeld geprägte Vorstellungswelt und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Interpretation einzelner Denkmäler sowie zur Klärung der Ausbildung und Entwicklung einer christlichen Kunst. Durch den Rückblick auf die Antike und den Ausblick bis in die Neuzeit veranschaulicht Prof. Brandenburg in eindringlicher Weise die Wirksamkeit und Bedeutung des antiken mediterranen Erbes bis in unsere Zeit.

Der unmittelbaren Begegnung mit den archäologischen Zeugnissen maß er auch in der Lehre größte Bedeutung bei, wovon auch seine zahlreichen und teilweise abenteuerlichen Exkursionen in nahezu alle Teile der Mittelmeerwelt Zeugnis geben.

Die wissenschaftlichen Aktivitäten Hugo Brandenburgs sind im Ruhestand nicht weniger geworden: Er startete 2000 ein neues Großprojekt zur Erforschung der Architektur und Bauplastik der römischen Basilika S. Paul vor den Mauern. Sein 2004 in mehreren Sprachen erschienenes Buch über "Die frühchristlichen Kirchenbauten Roms" wird in Kürze bereits in der dritten Auflage erscheinen. Aufgrund seiner Verdienste für die Erforschung der christlich-antiken Denkmäler Roms wurde ihm im April 2006 in Rom vom dortigen Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie die Ehrendoktorwürde verliehen.

Dem Institut für Klassische Archäologie und Frühchristliche Archäologie der Universität Münster ist der Forscher weiterhin verbunden mit der Durchführung von Forschungskolloquien, als Mitherausgeber der Fachzeitschrift "Boreas" und der Bereitstellung von wertvollen Architekturmodellen, die Ergebnisse seiner Bauforschungen dokumentieren.
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