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Bebauungsplan „Seniorenzentrum der Caritas“ aus dem Jahre 2005 ist unwirksam

Baurechtliches — geschrieben von bauinformant @ 18:13
 

Pressemitteilung von: Nickel Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft

 

Prof. Dr. Lutz Eiding, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Sachbearbeiter Bauplanungsrecht
Prof. Dr. Lutz Eiding, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Sachbearbeiter Bauplanungsrecht
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(openPR) - Verwaltungsgerichtshof gibt Normenkontrollklage einer Anwohnerin im Caritas-Erweiterungsgebiet statt.

Die Stadt Lohr am Main betreibt in Form eines räumlich erheblich größeren Bebauungsplanes als heute bereits seit 1972 die baurechtliche Sicherung des Caritas-Seniorenzentrums an der Rodenbacher Straße/Ecke Weisenau. Mit einer deutlich verkleinerten Bebauungsplanänderung vom 21.11.1998 wurde für das heute existierende Gebäude Baurecht geschaffen und am 15.06.2005 eine erneute Erweiterung des Bebauungsplanumgriffes durch den Stadtrat beschlossen, der sich nicht nur auf die caritaseigenen Grundstücke, sondern auch auf fünf bebaute Privatgrundstücke entlang der Rodenbacher Straße (2) und der Weisenau (3) erstreckt.

Eines dieser Gebäude (Rodenbacher Straße 2) wurde von Caroline Seitz für ihren Sohn Nicolas und seine Familie erworben und aufwendig saniert. Entsprechend aufgeschreckt wurde die Familie, als kurz nach Abschluss der Sanierungsarbeiten der Bebauungsplan über ihr gesamtes Grundstück einschließlich weiterer Nachbargrundstücke mit der Festsetzung „Sondergebiet Seniorenzentrum der Caritas“ erstreckt wurde, welches jede bauliche Wertsteigerung an den Privathäusern ebenso ausschließt wie bauliche Erweiterungen. Für den Fall von Erweiterungsplänen des Seniorenzentrums wurde den Hauseigentümern sogar mit einer Enteignung gedroht.
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Die Presse berichtete bereits im Juni 2005 über heftige Diskussionen im Stadtrat darüber, ob die Erweiterungsplanung aktuell überhaupt notwendig sei. Der 1. Vorsitzende des Caritasverbandes Rechtsanwalt Engert (Lohr) hatte nämlich auf Befragen bekannt gegeben, derzeit (2004/2005) seien gar keine Mittel vorhanden, um eine erneute Erweiterung durchzuführen. Auf Befragen des Gerichts in der mündlichen Verhandlung am Montag, den 29.06.2009, bestätigte Herr Engert, es gebe derzeit auch kein konkretes Interesse an einer Erweiterung, diese sei allenfalls mittelfristig zu erwarten. Der Vorsitzende Richter des 9. Senats, Dr. Schechinger, ließ deshalb recht deutlich durchblicken, sich der umfangreich geäußerten Kritik des Klägeranwaltes Prof. Dr. Lutz Eiding (Nickel Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft, Hanau) anzuschließen und die sog. städtebauliche Erforderlichkeit des Bebauungsplanes anzuzweifeln. Dies gelte insbesondere deshalb, weil der Bebauungsplan im Bereich der fünf zusätzlich überplanten Privatanwesen gar kein konkretes Baufenster für irgendwelche Vorhaben vorsehe und deshalb wohl als unzulässige Vorratsplanung einzustufen sei.

Prof. Dr. Eiding hierzu:
„Wir haben für die Klägerin eine Reihe von Kritikpunkten vorgetragen, bspw. dass der Caritasverband im Bebauungsplanverfahren als sog. Träger öffentlicher Belange beteiligt worden ist und in der Abwägung zum Satzungsbeschluss sodann die Erweiterungsinteressen als Allgemeinwohlbelange von ihrer Gewichtigkeit höher eingestellt worden sind, als die Eigentumsrechte der privaten Anwohner des Geländes. Insgesamt dürften bei der Abwägungsentscheidung derart gravierende Fehler unterlaufen sein, dass jetzt der gesamte Bebauungsplan vom Gericht für unwirksam erklärt worden ist. Nähere Einzelheiten über die Gründe des Gerichts für die der Klage stattgebende Entscheidung werden wir der in zwei bis vier Wochen zu erwartenden ausführlichen Entscheidungsbegründung entnehmen können.

 


Erst wenn diese ausgewertet ist, wird sich zeigen, welche Konsequenzen private Anwohner und Stadt für die nächste Zeit im Plangebiet zu ziehen haben werden. Zunächst ist Familie Seitz erleichtert, dass ihre vom Stadtrat zurück gestellten Eigentümerinteressen durch die Gerichtsentscheidung sicherlich eine Aufwertung erfahren werden.“

Zur rechtlichen Einschätzung der Situation sollte man wissen, dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung festgestellt hat, bei Bebauungsplänen, für welche in einem Zeitraum von ca. 10 Jahren keine konkrete Realisierungsmöglichkeit besteht, eine städtebauliche Notwendigkeit für deren Erlass nicht zu sehen ist und diesen Planungen deshalb regelmäßig die sog. Planrechtfertigung fehlt. Nach § 1 Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB) haben Gemeinden nämlich nur dann Bauleitpläne aufzustellen, soweit diese „erforderlich“ sind. Da der Caritasverband bereits 2004 wegen der gerade erst erfolgten viel teureren als geplanten Fertigstellung des Erweiterungsgebäudes keine zusätzlichen Baumaßnahmen vorsah und dies nun am letzten Montag fünf Jahre später auch für einen zukünftigen Zeitraum in der gleichen Größenordnung so gesehen wird, liegen vermutlich die Bedenken des Verwaltungsgerichtshofes München begründet.

Nickel Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft
Ulanenplatz 12
63452 Hanau
Telefon: +49 (0) 6181-2702-0
Telefax: +49 (0) 6181-2702-20

Pressekontakt:
1. RA Harald Nickel, Fon +49 (0) 6181 2702-35,
2. RA Matthias Reuter, Fon +49 (0) 171 6925282,

Informationen über Nickel Rechtsanwälte (www.nickelonline.de):
Die Kanzlei Nickel Rechtsanwälte ist eine der führenden mittelständischen Rechtsanwalts- und Notariatskanzleien im Rhein-Main-Gebiet. An den Standorten in Frankfurt und Hanau stehen auch der Presse für deren etwaigen Fragen in verschiedenen Fachgebieten spezialisierte Rechtsanwälte zur Verfügung – hoch qualifiziert in nationalem und internationalem Recht. Um gewerblichen und privaten Mandanten auch umfassende Leistungen in wirtschaftlichen Angelegenheiten bieten zu können, kooperieren wir mit einer renommierten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft. Für Interessenvereinigungen, Versicherer und anderweitige Unternehmen fungieren wir zudem als Syndicuskanzlei. Nickel Rechtsanwälte bedient sich zweier renommierter internationaler Netzwerke in deren Ländern vergleichbar regional führender Wirtschaftskanzleien, um qualifiziert und regional eingebunden ausländische und internationale Rechtsangelegenheiten betreuen zu können.
Nach Meinung zum Beispiel von JUVE, des führenden Kanzlei-Bench-Markers, ist die Kanzlei nicht nur "geschätzt" und politisch als auch wirtschaftlich "sehr gut vernetzt“.


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Kommunikation als Erfolgsgaranten für das Bauprojekt

Veranstaltungen und Termine — geschrieben von bauinformant @ 15:46

Bauen für den Anlagenbau - Transparenz und
Düsseldorfer Bausymposium thematisierte die Schnittstelle zwischen Bau und Anlagenbau

München (ots) - Thomas Hofbauer von Hill International und Dr. Thomas Senff von MKRG veranstalteten zum zweiten Mal das Düsseldorfer Bausymposium und haben es geschafft, hochkarätige Referenten rund um das Thema "Bau und Anlagenbau, Schnittstellen und Konflikte" für die Veranstaltung zu gewinnen. Die bisweilen kontrovers geführten Diskussionen zeigten, wie wenig Vertrauen Anlagenbaufirmen der Bauindustrie entgegenbringen. Gleichzeitig fühlen sich die Bauunternehmen oft übervorteilt und leiden unter der regelmäßig ungenügenden und verspäteten Planung der Auftraggeber.

Ian Smith, lange Jahre für Siemens Energy als leitender Contract- und Claim Manager tätig, zeigte Defizite der Bauunternehmen bei der Durchführung der Baumaßnahme auf und beklagte häufig sehr aggressives Claimverhalten der Bauunternehmen. Dr. Ludger Hasenauer, Leiter Contract Management bei Hochtief, wies auf Fehler der Projektbeteiligten hin, die häufig zu erheblichen Problemen während der Baumaßnahme führen. Gleichzeitig stellte er die Möglichkeiten der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vor, die im Wesentlichen auf angloamerikanische Projekt- und Vertragsstrukturen zurückgehen.

Dr. Senff wies in seinem Vortrag auf die Fallstricke komplexer Anlagenbauprojekte hin und stellte am Beispiel der höheren Gewalt dar, wie unterschiedliche Sichtweisen im Hinblick auf den Vertrag zu erheblichen Problemen und immensen Schäden führen können. Thomas Hofbauer verdeutlichte, wie man durch Visualisierung von technischen und baubetrieblichen Sachverhalten mittels Videoanimationen Verständnis bei dem Vertragspartner erzielen kann, um so eine Einigung von strittigen Forderungen zu erreichen.

Dirk Sistenich von Hill International veranschaulichte, wie man durch klar strukturierte Geschäftsprozesse das Thema "Claim- und Contract Management" in den Griff bekommt.

Leserkontakt:

Hill International
Thomas Hofbauer
Tel: 089/360 380 0
E-Mail: ThomasHofbauer@hillintl.com 
Mütze Korsch
Dr. Thomas Senff
Tel.: 0211/882929
E-Mail: senff@mkrg.com

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Symposium mit Eröffnung der Gottfried Böhm-Ausstellung

Biografien, Veranstaltungen und Termine — geschrieben von bauinformant @ 09:46
Die Baumeisterdynastie Böhm steht im Mittelpunkt des zweiten Burgauer Architekturtags. Dabei wird unter anderem die Ausstellung 'Gemeinschaft & Charakter' des ersten und bisher einzigen deutschen Pritzker-Preisträgers Gottfried Böhm eröffnet. Foto: Roma

Fortsetzung der Burgauer Architekturtage am 23. Juli 2009

Burgau entwickelt sich weiter zum exquisiten Treffpunkt: Schon im Mai konnten beim ersten Architekturtag über 200 Teilnehmer begrüßt werden. Nun lädt der Sonnenschutzspezialist Roma Rollladensysteme am 23. Juli zum zweiten Symposium. Dabei diskutieren Teilnehmer von Weltrang über Konzepte der Zukunft und zeigen ihre Bauten. Den stimmigen Rahmen dafür schafft das vom renommierten Augsburger Büro Ott Architekten entworfene Forum.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die international bekannte Baumeisterdynastie Böhm. Diese hat unweit von Burgau, in Jettingen, ihre Wurzeln. Peter Böhm, der in dritter Generation selbst als erfolgreicher Architekt tätig ist, eröffnet die Ausstellung mit dem Titel 'Gemeinschaft & Charakter'. Sie widmet sich seinem Vater Gottfried Böhm, dem bisher einzigen deutschen Pritzker-Preisträger. Die kleine Schau zeigt unter dem Fokus 'Licht und Schatten' einen Ausschnitt seines Schaffens. Entstanden ist diese in Zusammenarbeit mit Dr. Wolfgang Voigt, dem stellvertretenden Direktor des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt. In einem kurzen Vortrag beleuchtet auch er die Werke des großen Baumeisters.

Als weitere spannende Referenten zu den Themen 'Tageslicht' und 'Kunstlicht' erwartet die Teilnehmer am Nachmittag:

- Dr. Jan de Boer vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart. Er ist unter anderem Mitglied im Fachausschuss 'Tageslichttechnik' der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e.V.

- Jan und Tim Edler von realities:united, studio for art and architecture, Berlin. Sie erregen mit ihren Projekten, wie etwa der Licht und Medienfassade für das Kunsthaus Graz, immer wieder Aufsehen.

Neben den Vorträgen bietet das Forum drinnen und draußen genug Platz für Gespräche und Diskussionen mit Kollegen. Ebenso werden Werksführungen zur Entwicklung und Produktion von Roma-Verschattungslösungen angeboten. Ein Bustransfer zu einem geringen Unkostenbeitrag von 10 Euro sorgt für angenehme Anreise. So kommen Teilnehmer aus Stuttgart und München sicher und bequem an.

Wer am 23. Juli keine Zeit hat, kann die Ausstellung auch noch bis Anfang Oktober besuchen. Sie ist von Montag bis Sonntag, 10.00 Uhr - 18.00 Uhr im Roma-Forum zu besichtigen. Zudem befindet sich auch schon der dritte Burgauer Architekturtag in Planung. Dieser soll anschließend im gleichen Monat stattfinden.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.burgauer-architekturtage.de

Quelle: bau-pr.de

Burgauer Architekturtage_Gottfried_Böhm

Das Forum des Sonnenschutzspezialisten Roma in Burgau, bietet einen ansprechenden Rahmen für die spannende Veranstaltung. Es wurde vom Büro Ott Architekten entworfen und erst 2008 eröffnet. In der weitläufigen Lounge und auf der sie verlängernden Terrasse mit Wasserbereich gibt es ausreichend Platz für Gespräche mit Kollegen und Diskussionen zur Zukunft der Architektur.
Foto: Roma


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Im Eiltempo zum Berliner Südkreuz

Unternehmen & Produkte, Bauprojekte — geschrieben von bauinformant @ 09:33

Bahnhof Berliner Südkreuz

Der Hildegard-Knef-Platz an der Westseite des Berliner Südkreuzes ist zentraler Umschlagspunkt für Nah- und Fernreisende. Seine Umgestaltung mit Design-Elementen und Bodenbelägen aus Natursteinen von Besco gelang innerhalb weniger Wochen. Bildquelle: Besco

Besco: Höchste Produktverfügbarkeit und reibungslose Logistik

Acht Jahre vergingen von der Ausschreibung des Architektur-Wettbewerbs bis zum Abschluss der Bauarbeiten am Bahnhof Berlin Südkreuz im Mai 2006. Für die umfassende Neugestaltung der beiden Vorplätze und Eingangshallen wurde jedoch nur ein sehr knapper Zeitrahmen bemessen. Nach dem Startschuss im Januar 2006 blieben dem Besco Berliner Steincontor exakt elf Wochen, um dem Auftrag der Deutschen Bahn nachzukommen und dem erweiterten Verkehrsknotenpunkt ein neues attraktives und gleichermaßen funktionales Erscheinungsbild aus Naturstein zu verleihen. Ein anspruchsvolles Vorhaben, das nur aufgrund höchster Produktverfügbarkeit und reibungsloser Logistik zu erreichen war.

Der Umbau des Berliner Südkreuzes zu einem integrierten Fern-, Regional- und S-Bahnhof war wesentlicher Bestandteil der Neuordnung des städtischen Fernverkehrs im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung. Heute verfügt die moderne Bahnstation im Stadtteil Tempelhof-Schöneberg über drei Zugänge sowie zwei Eingangshallen und dazugehörige Vorplätze. Für deren Neugestaltung, bei der Besco eng mit dem Berliner Architekturbüro JSK sowie dem Landschaftsarchitekten-Team Topotek 1 zusammenarbeitete, lieferte das Unternehmen insgesamt rund 14.000 Quadratmeter Pflastersteine, Bodenplatten, Sonderborde sowie Blockstufen aus sorgfältig verarbeitetem Belgrano Granit. Die Zustellung der Natursteine erfolgte in mehreren Teillieferungen bedarfsgerecht und termingetreu direkt bis an die Baustelle. Der erste Teil des Direktimports aus Südchina war bereits sieben Tage nach Beauftragung versandbereit und traf nur vier Wochen später in Deutschland ein. Im wöchentlichen Turnus folgten weitere Lieferungen per Schiff von jeweils 2.000 Quadratmetern Materialfläche. Ein Vorrat von zeitweise mehr als 1.000 Kisten mit jeweils eineinhalb Tonnen Gewicht sicherte den unterbrechungsfreien Fortschritt des Bauprojektes ab. Um den straffen Zeitplan einhalten zu können, erfolgte die maßgenaue Herstellung der Natursteine in zehn asiatischen Fabriken parallel. Zur Gewährleistung der konstant hohen Güte und eines gleichmäßigen Farbspiels setzte Besco auf ein übergreifendes Qualitätsmanagement, wiederholte Produktionskontrollen vor Ort sowie ein gemeinsames Blocklager für Rohmaterial. Das Ergebnis: ein hellgrauer, fein- bis mittelkörniger Granit mit geflammter Oberfläche und feingestockten Plattenstreifen – ohne Strukturgänge, Poren oder Risse.

Eine weitere Besonderheit des neu gestalteten Südkreuzes ist seine behindertenfreundliche und mit dem Signet „Berlin barrierefrei“ ausgezeichnete Architektur. Ebenerdige Aufzüge sowie die um Rollstuhlrampen ergänzten Treppenanlagen machen den Bahnhof auch für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung nun attraktiv und sicher. Ein durchgängiges Blindenleitsystem im Innen- und Außenbereich erleichtert Sehbehinderten die Orientierung. Dafür sorgt die grobkörnige und speziell rillierte Oberflächenbeschaffenheit der Bodenplatten aus edlem anthrazit- bis schwarzfarbigem Belgrano Basanit. Dieser harte und langlebige Naturstein besitzt im Gegensatz zu Beton einen dauerhaften Leuchtdichtekontrast. Ein nachträgliches Verblassen oder Ergrauen ist ausgeschlossen.

Mehr Informationen zu den vielfältigen Produkten und serviceorientierten Dienstleistungen des Berliner Steincontors finden Architekten und Planer im Internet unter www.besco-gmbh.de
Quelle: bau-pr.de

Fotos:
Bahnhof Berliner Südkreuz

Der hellgraue Belgrano Granit fügt sich nahtlos in die gesamte Bahnhofsarchitektur ein und verleiht dem Areal ein hochwertiges Aussehen. Bild: Besco

Bahnhof Berliner Kreuz

Beide Eingangshallen des Bahnhofs besitzen einen edlen Bodenbelag aus zweifarbigem Naturstein und verfügen über Rolltreppen sowie um Rollstuhlrampen ergänzte Treppenanlagen. Bild: Besco

Bahnhof Berliner Südkreiz
Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten-Team Topotek 1 entstand ein gepflegter, großflächiger Außenbereich aus Natursteinen in unterschiedlicher Form und Farbe. Foto: Besco


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Verleihung des Clara-von-Simson-Preises

Veranstaltungen und Termine — geschrieben von bauinformant @ 08:35
Termin:  10.07.2009 ab 16:00
 
Veranstaltungsort: 
TU Berlin
Straße des 17. Juni 135
Hauptgebäude, Raum H 3005
10623 Berlin
Berlin
Deutschland
 
Zielgruppe:  jedermann
 
Kontakt:  heidi.degethoff@tu-berlin.de
 
Kategorie:  überregional
Bauwesen / Architektur, Chemie, Elektrotechnik, Informationstechnik, Mathematik
 
Eintrag:  04.06.2009
Dr. Kristina R. Zerges, Presse- und Informationsreferat
Technische Universität Berlin
 
Der Preis zeichnet drei beste Diplomarbeiten von Frauen, vorwiegend in Natur- und Technikwissenschaften, aus. Die TU Berlin ist Stifterin des Preisgeldes in Höhe von 5.000 Euro und möchte damit die Motivation junger Absolventinnen stärken, sich für eine Karriere in der Wissenschaft zu interessieren. Die Laudatio wird die Vizepräsidentin für den wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Gabriele Wendorf, halten.Veranstalter: Technische Univerität Berlin, Zentrale Frauenbeauftragte

Kontakt: Heidi Degethoff de Campos, Tel.: 030/314-21439, Fax: -21622

Hinweise zur Teilnahme:
Um Anmeldung wird gebeten: Sibylle Groth, Tel.: 030/314-23191, Fax: -25234, Email: sibylle.groth@tu-berlin.de
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"Die Brücke zum Mont Saint Michel, Wettbewerb, Entwurf und Konstruktion"

Veranstaltungen und Termine — geschrieben von bauinformant @ 08:34
Termin:  09.07.2009 ab 18:00
 
Veranstaltungsort: 
FH FFM, Campus Nibelungenplatz/Kleiststraße, Gebäude 1, Raum 601
60318 Frankfurt am Main
Hessen
Deutschland
 
Zielgruppe:  Studierende, Wissenschaftler
 
Kategorie:  überregional
Bauwesen / Architektur
 
Eintrag:  15.06.2009
Tatiana Schukow, Pressestelle
Fachhochschule Frankfurt am Main
 
Vortragsreihe: "Herausforderungen für Ingenieure" des Fachbereichs 1: Architektur - Bauingenieurwesen - Geomatik der Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences (FH FFM) im Sommersemester 2009 anlässlich der 100-Jahr-Feier der FH FFM.

9. Juli 2009, 18 Uhr:
"Die Brücke zum Mont Saint Michel, Wettbewerb, Entwurf und Konstruktion", Michael Zimmermann, Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart; Jens Schneider, FH FFM

Kontakt: Cornelia Rauscher, Telefon: 069/1533-2276, E-Mail: rauscher@fb1.fh-frankfurt.de

Weitere Informationen:
http://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb1/aktuellestermine/veranstaltungen....
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Comeback für grüne Klimaanlage aus Australien

Allgemein, Energie, Forschung — geschrieben von bauinformant @ 08:31
von:
Sabine Ranke-Heinemann, Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

Forscher an der University of Technology Sydney lassen eine hocheffiziente Klimaanlagen-Technik aus den 1970er Jahren in Australien wieder aufleben. Sie birgt das Potenzial, große Mengen an Energie einsparen zu können.

Das Team um John Dartnell an der Faculty of Engineering and Information Technology setzt in seiner Arbeit auf den Prozess der so genannten indirekten Verdunstungskühlung. Ursprünglich wurde diese Technologie von Don Pescod, Wissenschaftler der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO), entwickelt. Sie wurde vor allem für die Kühlung von Telefonvermittlungsstellen in abgelegenen Gegenden genutzt. Eine eingeschränkte Vermarktung und Entwicklung in den 1980er Jahren und die sich verändernde Telekommunikationstechnik brachten jedoch das vorläufige Ende für Pescod's Entwicklung.

Der steigende Bedarf an umweltverträglichen Systemen zur Kühlung von Innenräumen bewegten John Dartnell und sein Team zur Wiederbelebung von Pescod's Idee. Dessen Ansatz war es, Wasser über einen Wärmetauscher aus Kunststoff als indirektes Kühlmittel zu nutzen, ohne dass die zu kühlende Luft angefeuchtet wird. Bei dem Verfahren wird Wasser verdunstet und liefert so Kühlung. Die Verdunstung des Wassers erfolgt dabei durch einen Strom verbrauchter Luft aus einem Gebäude, der durch den Wärmetauscher geleitet wird. Ein weiterer Luftstrom wird durch den Wärmetauscher in das Gebäude geleitet und dabei von der Verdunstungskälte des Wassers gekühlt, ohne dabei mit diesem in Berührung zu kommen. Dieses Verfahren der Energierückgewinnung ist hocheffektiv und erlaubt es, bei gleichzeitig minimalem Energieaufwand, Gebäuden eine große Menge an gekühlter Frischluft zuzuführen.

Während sich konventionelle Verdunstungskühlsysteme unter trockenen Klimabedingungen bereits bewährt haben, ist dies in feuchten Regionen nicht der Fall. Durch eine Kopplung der indirekten Verdunstungskühlung mit einer kleinen herkömmlichen Kühleinheit kann Pescod's Verfahren auch in diesen Regionen effektiv und wirtschaftlich werden. Die Arbeit von John Dartnell und seinem Team hat gezeigt, dass die indirekte Verdunstungskühlung weniger als ein Drittel der Energie eines konventionellen Systems verbraucht. In feuchten Regionen beträgt das Einsparpotenzial sogar fünfzig Prozent.

Die Arbeit von Dartnell's Team hat bereits das Interesse von potenziellen Geldgebern in Australien sowie von zwei Unternehmen aus den USA geweckt, die an ähnlichen Systemen arbeiten. "Wir sind dahin zurückgekehrt, wo CSIRO aufgehört hatte und können nun die Wirtschaftlichkeit des Systems belegen und zugleich zeigen, dass die Technologie unter ökologischen Aspekten die richtige Wahl ist", so Dartnell.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593

Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-australien.de
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Mensch und Stadt in Klang und Raum

Allgemein, Forschung — geschrieben von bauinformant @ 08:28
von:
Thomas von Salzen, Pressestelle
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Was hat Architektur mit Klang zu tun? Auf den ersten Blick wenig, denn die klangliche Dimension ihrer Bauwerke spielt für Architekten und Planer meist eine untergeordnete Rolle. Klang kann jedoch als dynamische Materie der Architektur betrachtet werden: Er durchbricht die klassischen Raumvorstellungen, setzt Grenzen und beeinflusst unser Befinden. Neue Perspektiven auf die wesentliche Bedeutung unserer Klangwelten und ihre Verbindung zur Architektur werden am 9. und 10. Juli 2009 auf einer internationalen Tagung in Aachen diskutiert. Unter dem Titel "Klangwelten und Klangkörper von Mensch zu Stadt" lädt das Lehr- und -Forschungsgebiet für Architekturtheorie der RWTH Gastredner aus Psychologie, Geografie, Biologie, Stadtplanung, Tanz und Architektur in die Klangbrücke im Alten Kurhaus, Kurhausstraße 1 in Aachen.

Klang in der Architektur ist ein Untersuchungsgegenstand der Architekturtheorie, die sich disziplinübergreifend mit Architektur als gesellschaftlichem Kulturgut beschäftigt. Die wissenschaftliche Tagung wurde deshalb nicht allein für Architekten und Spezialisten gestaltet, sondern für ein breites Publikum der Hochschule sowie aus Aachen, Maastricht, Lüttich und Köln angelegt. Die Gastreferenten aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz werden auf Deutsch oder auf Englisch vortragen. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einen Beitrag über Klang, Musik und Architektur von dem Architekten Philippe Rahm. Rahm ist Professor an der ECAL Lausanne und lehrte davor an der Architectural Association School in London sowie an Schulen in Paris, Lausanne und Kopenhagen. Seine Arbeiten wurden unter anderem am Pariser Centre Pompidou, am Museum of Modern Art in New York und am Centre for Contemporary Arts Glasgow ausgestellt.

Die Tagung schließt mit einem experimentellen Konzert, bei dem Musiker die Notationen, welche von Studenten im Rahmen von Klangspaziergängen angefertigt wurden, interpretieren werden. Die Veranstaltung bildet den Abschluss des Architekturtheorie-Seminars am Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie und wird von der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik Aachen, des Reiff-Museums und des Beirats zur Verwendung der Mittel aus Studiengebühren unterstützt.

Weitere Informationen zum Tagungsprogramm gibt es auf den Webseiten http://theorie.arch.rwth-aachen.de/web_at/Lehrangebot/HoermalTagung.htm.

Ansprechpartnerin:
Ariane Wilson, Arch.DPLG, M.A. (Hist.)
Lehr-und Forschungsgebiet Architekturtheorie
E-Mail: wilson@theorie.arch.rwth-aachen.de
Telefon: (0241) 80-93592/93

i. A. Corinna Bertz
Weitere Informationen:
http://www.gzmklangbruecke.de
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Bauen für das dritte Jahrtausend -

Ausbildung & Studium, Biografien, Veranstaltungen und Termine — geschrieben von bauinformant @ 08:23

Internationales Symposium zum 100. Geburtstag von Fritz Leonhardt
von: Ursula Zitzler, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Stuttgart
08.07.2009 13:11

Am 11. Juli 2009 wäre Prof. Fritz Leonhardt, einer der bekanntesten Ingenieure der Nachkriegszeit sowie ehemaliger Ordinarius für Massivbau und Rektor der Universität Stuttgart, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltet die Universität Stuttgart unter der Federführung des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (ILEK) ein internationales Symposium zu neuesten Entwicklungen in der Architektur und im Bauingenieurwesen. Die hochkarätig besetzte Tagung mit dem Titel "Building the Third Millennium" gehört zum Rahmenprogramm der großen Fritz-Leonhardt-Retrospektive, die derzeit im LBBW-Forum am Stuttgarter Hauptbahnhof zu sehen ist.

Zeit: Offizielle Eröffnung 16. Juli 9.30 Uhr
Tagung 15. Juli 19.00 Uhr (Diskussion), 16. Juli ab 9.30 Uhr, 17. Juli ab 9.00 Uhr
Ort: 15. Juli LBBW-Forum, Am Hauptbahnhof 2
16. und 17. Juli Campus Vaihingen, Pfaffenwaldring 14
Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

Das Symposium unter der Leitung des weltbekannten Ingenieurs Prof. Werner Sobek, der dem heutigen ILEK in der Tradition von Fritz Leonhardt und Jörg Schlaich vorsteht, spannt den Bogen von aktuellen Tendenzen im Bauwesen über Beton- und Brückenbau sowie Leichtbau bis hin zur Thematik des nachhaltigen Bauens. Die Redner kommen aus der universitären Forschung, der Baupraxis sowie der Architektur- und Technikgeschichte. Jeder Session geht ein Vortrag voraus, der die historischen Bezüge zum Werk Fritz Leonhardts herausarbeitet.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Prof. Sobek, den Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfram Schuster und Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel widmet sich die Opening-Session der Standortbestimmung sowie neuen Perspektiven in den Bereichen Architektur und Ingenieurwesen. Hierzu wird unter anderem der für seine Wolkenkratzer berühmte Bauingenieur Bill Baker (Fritz Leonhardt Preisträger 2009) erwartet. Ein weiteres Highlights dürfte die von Prof. Jörg Schlaich moderierte "Brücken-Session" mit dem Titel "widespans" (weit gespannt) am 17. Juli ab 11.30 Uhr werden, an der sich unter anderem Holger Svensson von dem durch Fritz Leonhardt begründeten Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner sowie der Schweizer Brückenbauer Christian Menn beteiligen. Bereits am 15. Juli um 19.00 Uhr findet im Rahmen der Reihe "Engineering of Tomorrow" im LBBW-Forum die Diskussion "Wege zu mehr Nachhaltigkeit - Nachhaltigkeitspotentiale bei Gebäuden" mit Prof. Hans-Jörg Bullinger (Fraunhofer-Gesellschaft), Hans-Dieter Hegner (Bundesbauministerium) und Prof. Klaus Sedlbauer (Lehrstuhl Bauphysik der Uni Stuttgart) statt.

Innovative Ingenieurbaukunst und ästhetischer Anspruch
Fritz Leonhardt prägte mit seinen Fernsehtürmen, Spannbeton- und Schrägseilbrücken eine Ingenieurästhetik, in der sich wegweisende Innovationen der Ingenieurbaukunst mit hohem gestalterischem Anspruch verbinden. Dies zeigt sich exemplarisch am Stuttgarter Fernsehturm, der zum Prototyp für alle nachfolgenden Sendemasten aus Stahlbeton wurde. Der bei seiner Fertigstellung im Jahr 1956 durchaus umstrittene Turm steht heute als Wahrzeichen für die Landeshauptstadt, genauso wie Leonhardts Rheinbrücken für die Städte Düsseldorf und Köln. Aber auch seine Grundlagenforschung im Spann- und Stahlbetonbau haben weltweites Renommee erlangt. Von 1958 bis 1974 war Fritz Leonhardt ordentlicher Professor für Massivbau an der TH Stuttgart. In der turbulenten Zeit der Studentenunruhen bekleidete er von 1967 bis 1969 das Amt des Rektors der Universität.

Fritz Leonhardt war Ehrenmitglied vieler internationaler Vereinigungen und Träger zahlreicher Preise und Auszeichnungen wie der Freyssinet-Gedenkmünze der "Féderation Internationale de la Précontraint", der Goldmedaille der "Instituition of Structural Engineers", einiger Ehrendoktorwürden und vieler mehr. Heute wird der Fritz-Leonhardt-Preis, einer der großen, europäischen bedeutsamen Bauingenieurpreise, in turnusmäßigen Abständen an herausragende Bauingenieure beziehungsweise Repräsentanten zeitgenössischer, internationaler Ingenieurbaukunst vergeben.

Programm und weitere Informationen zum Symposium unter http://www.uni-stuttgart.de/ilek/ sowie bei Henning Dürr, Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren, Tel. 0711/685-63905, e-mail: henning.duerr@ilek.uni-stuttgart. Informationen zur Ausstellung unter www.leonhardt2009.de sowie in Pressemitteilung Nr. 47 vom 7. Juni 2009, http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/presse/2009/47.html


Bauinformant ist nicht der Autor der eingestellten Information. Das Urheberrecht ist durch einen Direktlink und/oder die Quellenangabe gekennzeichnet bzw. vom Urheber zur Veröffentlichung genehmigt. Falls Sie einen Verstoß gegen das Urheberrecht vermuten, bitten wir Sie um eine Mitteilung, bevor unnötige rechtliche Auseinandersetzungen entstehen.

 


Neue Seilsägen für den Rückbau von Kernkraftwerken

Forschung — geschrieben von bauinformant @ 08:01
von:
Dr. Stefanie Beier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz Universität Hannover
08.07.2009 14:15
Experten am Produktionstechnischen Zentrum (PZH) der Leibniz Universität Hannover entwickeln Werkzeuge für den schwierigen Abbau radioaktiver Anlagen.

Neben den Kernkraftwerken, die in Deutschland schon vom Netz gegangen sind, ist auch die Abschaltung der 17 verbliebenen Atomkraftwerke derzeit beschlossene Sache. Weltweit ist die Abschaltung von etwa 120 Kernkraftwerken geplant. Was das für die Energieversorgung bedeutet, wird viel diskutiert - was aber bedeutet dieser Beschluss für das jeweilige Kraftwerk und dessen Betreiber? Florian Seiffert, Ingenieur am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität, weiß es: "Wenn ein Kernkraftwerk bis zur grünen Wiese zurückgebaut wird, dauert das bis zu 20 Jahre und kostet, je nach Bauart, mehrere hundert Millionen Euro." Der Rückbau ist so aufwendig, weil der Beton hocharmiert ist, also bis zu 50 Prozent Stahl enthält, weil es Druckgefäße und Dampftauscher aus Stahl gibt, und weil all das selbst strahlt oder zumindest radioaktiv belastet ist. Deshalb müssen nicht nur die abgetragenen Teile, sondern auch alle benutzten Werkzeuge und Maschinen nach ihrem Einsatz entsprechend entsorgt werden.

Eine sehr flexible und immer häufiger genutzte Methode, solche Anlagen zu zerlegen, ist das Seilsägen. Dabei wird ein mit Diamantperlen bestücktes Seil wie eine Säge um die entsprechenden Anlagenteile gelegt. Ein Motor treibt es mit etwa 40 bis 50 Kilometer pro Stunde an, es frisst sich (oder genauer: schleift sich) durch das Objekt, bis es, manchmal erst nach Tagen, das Material durchtrennt hat. Das Seil wird dabei mit Wasser gekühlt. Kühlwasser allerdings, das unkontrolliert abfließt, ist ebenfalls radioaktiv belastet und kontaminiert weitere Bereiche. Dieses Problem will Seiffert am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen am PZH in den kommenden drei Jahren lösen: In Zusammenarbeit mit E.ON und der Husqvarna GmbH und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet er in diesen Tagen das Projekt "ProBeSt" (Prozessentwicklung zur trockenen Bearbeitung von metallischen und mineralischen Strukturen beim Rückbau kerntechnischer Anlagen).

Das Ziel ist eine Seilsäge, die trocken schneiden kann. Kühlung muss natürlich sein, denn bei den hohen Temperaturen, gerade beim Schleifen von Stahl, graphitisiert der Diamant auf den Perlen - und schneidet dann ungefähr so gut wie ein Bleistift. Erste Vorversuche mit einer speziellen Luftkühlung, die sehr kalte Luft erzeugen kann, waren bereits erfolgreich. Die Herausforderungen sind dennoch immens: "Das Wasser, das wir ersetzen wollen, kühlt ja nicht nur, es bindet auch kontaminierten Staub und Späne. Das müssen wir bei einer Luftkühlung natürlich auch in den Griff bekommen."

Neben der Lösung dieser beiden Probleme geht es auch darum, das Seilsägen großer Stahlobjekte allgemein zu optimieren und dessen Potenzial auszuschöpfen. "Und dieses Potenzial", betont Prof. Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen, "ist groß. Man denke nur an ausrangierte Ölbohrinseln und andere Offshore-Strukturen, die vor Ort zerlegt werden müssen." Verbesserungsmöglichkeiten sehen die Ingenieure etwa bei alternativen Schneidstoffen, die sich in der "normalen" Zerspanung von Stahl bereits bewährt haben. Auch eine Maschine soll entstehen, die ein gespanntes Seil quasi in das zu trennende Objekt eintaucht. Das würde die Flexibilität des umschlingenden Verfahrens wahren und die Stabilität des Seilsägens erhöhen.

Zum Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH):
Das PZH ist 2004 aus der Idee der Leibniz Universität Hannover entstanden, Hochschulforschung, Industrie und Unternehmen der Produktionstechnik zusammenzubringen. So haben sich jene sechs Institute der Fakultät für Maschinenbau, die sich mit Produktionstechnik und Logistik beschäftigen, gemeinsam mit der PZH GmbH und zahlreichen Unternehmen zum Produktionstechnischen Zentrum Hannover zusammengeschlossen. Die GmbH als Universitätstochter übernimmt neben der Verwaltung des neuen Zentrums in Garbsen zahlreiche Aufgaben im Bereich Technologietransfer und Gründerberatung. Zurzeit arbeiten im PZH etwa 450 (Ingenieur-)Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Angestellte in Technik und Verwaltung; außerdem rund 400 studentische Hilfskräfte. Das PZH ist eine Lehr- und Forschungsstätte, in der Grundlagen- und industrielle Auftragsforschung gleichermaßen auf höchstem, internationalem Niveau betrieben werden. Seit 2004 hat das PZH mehr als 85 Millionen Euro Drittmittel eingeworben.
Bauinformant ist nicht der Autor der eingestellten Information. Das Urheberrecht ist durch einen Direktlink und/oder die Quellenangabe gekennzeichnet bzw. vom Urheber zur Veröffentlichung genehmigt. Falls Sie einen Verstoß gegen das Urheberrecht vermuten, bitten wir Sie um eine Mitteilung, bevor unnötige rechtliche Auseinandersetzungen entstehen.


Die Bedeutung des Lichts

Forschung — geschrieben von bauinformant @ 07:50
Auch drinnen für Sonnenschein sorgen

von: Erhard Jakobs, Pressestelle
Fachhochschule Gießen-Friedberg

08.07.2009 14:09
 
Im Wiener Altenheim St. Katharina ließen sich positive Effekte des neuartigen Beleuchtungssystems nachweisen.
Im Wiener Altenheim St. Katharina ließen sich positive Effekte des neuartigen Beleuchtungssystems nachweisen.
K. Zumtobel
Die Bedeutung des Lichts für die menschliche Gesundheit und unser mentales Wohlbefinden wurde schon vielfach untersucht. Zu dessen biologischen Wirkungen gehört, dass es über Rezeptoren auf der Netzhaut die Tag-Nacht-Funktionen des Organismus, den so genannten circadianen Rhythmus, beeinflusst. Tageslicht unterdrückt die Bildung von Melatonin, des Stoffes, der uns müde werden lässt. Ist die tägliche Lichtdosis zu gering, kann es zu Schlafstörungen oder sogar depressiven Verstimmungen wie der saisonal bedingten "Winterdepression" kommen.
Vor allem ältere Menschen sind aus mehreren Gründen durch Tageslichtmangel gesundheitlich gefährdet. Bei Demenzkranken beobachtet man Störungen des circadianen Rhythmus besonders häufig. Mit dieser Problematik befasste sich ein auf drei Jahre angelegtes interdisziplinäres Forschungsprojekt, das vom österreichischen Wirtschaftsministerium und dem Land Wien gefördert wurde. Prof. Dr. Dieter Lorenz, Arbeitswissenschaftler an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, hat daran mitgearbeitet. Sein Forschungsinteresse galt dabei der Wirkung von Kunstlicht-Beleuchtungssystemen mit "Tageslichtlampen". In der Untersuchung ging es zunächst darum zu überprüfen, welche Faktoren - Beleuchtungsstärke oder spektrale Zusammensetzung, und hier vor allem der biologisch wirksame Blauanteil im Licht - sich positiv auswirken.

Im Rahmen einer Grundsanierung ergab sich im Altenheim St. Katharina in Wien die Möglichkeit, auf der neu eingerichteten Demenzstation Lichtdecken, mit denen unterschiedliche Lichtsituationen erzeugt werden können, zu installieren und die Einflüsse auf die Bewohner zu untersuchen. Um eine biologische Wirkung von Innenraumlicht zu erzielen, ist es notwendig, dass sich die Beleuchtung der Tageslichtqualität annähert. Bei konventionellen warmweißen oder neutralweißen Lichtquellen wäre das nur bei drastisch erhöhter Helligkeit und damit deutlich steigendem Energieaufwand erreichbar. Deshalb wurde eine neuartige Kombination verwendet, die es ermöglicht, die Farbtemperatur und die Beleuchtungsstärke in einem sehr weiten Bereich einzustellen und dynamisch zu steuern.

Das Durchschnittsalter der überwiegend weiblichen Bewohner dieser Station lag über 88 Jahren. Alle litten an einer Demenz, die eine selbständige Lebensführung ausschloss. Während unterschiedlicher Lichtsituationen wurde das Verhalten der Probanden beobachtet, dokumentiert und ausgewertet. Dabei interessierten insbesondere deren Kommunikation und Interaktion untereinander sowie mit den Pflegekräften. Die Daten wurden über einen Beobachtungszeitraum von insgesamt 14 Monaten erhoben. Das von Prof. Lorenz geleitete Team ermittelte einer Reihe signifikant positiver Effekte. Dazu gehört, dass die Bewohner bei tagähnlichen Lichtverhältnissen merklich reger als bei herkömmlicher Innenraumbeleuchtung mit dem Pflegepersonal kommunizieren und sich in Gruppen von mehreren Personen austauschen. Dabei ist vor allem nachmittags ein Anstieg der Aktivität zu beobachten. Auch bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und Gemeinschaftsaktionen (Basteln, Spielen, Singen) zeigten die Bewohner in den geschaffenen Lichtsituationen einen deutlich höheren Grad der Beteiligung.

Die Ergebnisse weisen nach Auffassung von Prof. Lorenz darauf hin, dass sich die Lebensqualität bei höherer Beleuchtungsstärke mit einem tageslichtähnlichen Spektrum der Lampen für die Bewohner spürbar verbessert. Ein Folgeprojekt in St. Katharina soll überprüfen, ob diese positiven Effekte auch bei schwächerer Beleuchtung erreicht werden können. Die Untersuchungen sollen in weiteren Altenheimen in Österreich und der Schweiz fortgesetzt werden.

Weitere Informationen:

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