Bauinformant bloggt Bauinformationen

Gründung der IG Pro Reet

Allgemein — geschrieben von bauinformant @ 21:06
VON PHILIP KULLMANN
 

Einsatz zur Förderung für Reet als Dachdeckmaterial

Bad Oldesloe. Heute (10. Juni 2009) wurde die Interessengemeinschaft Pro Reet (IG Pro Reet) rechtskräftig gegründet. Erstmals schließen sich bundesweit Reethändler und Reetproduzenten mit dem Ziel zusammen, das öffentliche Ansehen von Reetdachhäusern als landschaftprägende Bauweise in Norddeutschland und Reet als Dachdeckmaterial zu fördern.

Im Mittelpunkt der IG Pro Reet Tätigkeit steht die Forschungs- und Projektförderung und die Erarbeitung von Richtlinien in enger Kooperation mit den ausführenden Reetdachdeckern und deren Interessenvertretungen (Gesellschaft zur Qualitätssicherung Reet mbH).

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der IG Pro Reet ist die Öffentlichkeitsarbeit. Ausgehend von einem umfassenden Internetauftritt ist die Beratung und Herausgabe von Fachinformationen für Architekten, Reetdachdecker und Reetdachbesitzer geplant. Als Reaktion auf die z.T. unsachgemäß geführte öffentliche Diskussion über die Haltbarkeit von Reetdächern soll die Pressearbeit intensiviert und die hervorragenden Materialeigenschaften von Reet als Bedachung sowie die ästhetischen Merkmale von Reetdächern aufgezeigt werden.

Darüber hinaus wird die IG Pro Reet die Reeternte in Deutschland im Sinne der Erhaltung von Schilfbeständen im Einklang mit Naturschutzzielen fördern, sich mit niederländischen und dänischen Verbänden der Reetdachbranche austauschen und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten.

Zum 1. Vorsitzenden der Interessengemeinschaft wurde Philip Kullmann von der Firma Hiss Reet gewählt, zum 2. Vorsitzenden Arjan Prosman vom Riethandel E.Prosman.

Der gemeinnützige Verein IG Pro Reet besteht zum Zeitpunkt der Gründung aus folgenden Mitgliedern in alphabetischer Reihenfolge:

Bahnsen & Clausen GbR
Christoph Behrens Reithdachdecker & Pflanzhandel
DEG - Alles für das Dach eG
Reetdachbau und Reeternte Dirk Henck
Hiss Reet eK
Reethandel Lorenz Petersen
Riethandel E.Prosman B.V.

Ansprechpartner bei Rückfragen: Philip Kullmann, Tel.: 04531 / 809920, philip@hiss-reet.de

Größtes im Bau befindliches Dammbauwerk in Mitteleuropa

Beton — geschrieben von bauinformant @ 19:47

Hochwasserrückhaltebecken

Abb.: Größtes im Bau befindliches Dammbauwerk in Mitteleuropa
PASCHAL liefert die starke Athlet-Schalung für den Hochwasserschutz
35 m breites und 100 m langes Durchlassbauwerk mit 1,75 m dicken Mauern

Baustellenbericht von Dipl.-Geol. Frank G. GERIGK

Der Klimawandel lässt sich nicht wegdiskutieren. Damit einher gehen veränderte Niederschlagsbedingungen für ganz Europa. Die anhand der alten Klimamodelle erstellten Berechnungen für die schlimmsten in 100 Jahren denkbaren Hochwässer wurden von der Realität mittlerweile gleich mehrfach übertroffen.

Flussbegradigungen der letzten 200 Jahre sowie das Vordringen von Neubaugebieten in Überflutungsareale haben die Problematik weiter dramatisiert.
Das verheerende Hochwasser von 1990 hatte das Land Baden-Württemberg zum Anlass genommen, 1992 das Integrierte Donau-Programm (ITP) ins Leben zu rufen, das Ökologie und Hochwasserschutz verknüpfen sollte. Die Hochwasser von 1993 und 1994 unterstrichen diese Bedeutung drastisch. Über 200 (vor der Finanzkrise) geplante und begonnene Projekte für Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser werden in den nächsten Jahren etwa 900 Millionen Euro erfordern.
2006 war dann der Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken Wolterdingen, das im Moment das größte im Bau befindliche Dammbauwerk in Mitteleuropa ist.

Wolterdingen (Schwarzwald-Baar-Kreis, Baden-Württemberg): Wie können die Anrainer der Donau besser vor Hochwasser geschützt werden? Vor allem, indem man die kräftigsten Nebenflüsse bändigt. Die bescheiden und nicht viel größer als ein Dorfbach anmutende Breg, die bei Donaueschingen zusammen mit der Brigach die Donau bildet, hat mit 183 Quadratkilometern allerdings ein sehr großes Einzugsgebiet im Naturpark Südschwarzwald und ist daher besonders anfällig für Hochwasser. Am westlichen Ortsausgang von Wolterdingen wurde die ideale Stelle gefunden, um ein Hochwasser-Rückhaltebecken zu errichten. Quer durch das schmale Tal wird ein 110 Meter breiter, 460 Meter langer und bis zu 18 Meter hoher Erddamm errichtet, der das Bregtal auf vier Kilometer Länge mit 4,7 Millionen Kubikmeter Wasser auf 70 Hektar Fläche aufstauen kann. Der Hochwasserabfluss wird dadurch stark gemindert und der Hochwasserspiegel sämtlicher Gemeinden bis Riedlingen, das ca. 130 km flussabwärts liegt, gesenkt.
Das Regenrückhaltebecken ist als Trockenbecken (mit Fischtreppen) konzipiert, das die Breg nur bei Hochwasser aufstaut, welches man alle fünf bis sieben Jahre erwartet.

Das Durchlassbauwerk
Zentrum und Kernstück des Damms ist das 100 Meter lange Durchlassgebäude, das 2007/2008 von der Emil Steidle GmbH & Co KG (Sigmaringen) im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg komplett aus Ortbeton hergestellt wurde. Der Querschnitt ist kastig und U-förmig, wobei die Außenwände an der Basis 1,75 und am Top 0,80 Meter dick sind; die Innenseiten sind senkrecht, die Außenseiten im Verhältnis 1:20 nach innen geneigt. Parallel zur Fließrichtung stehen im Inneren zwei weitere 1,5 Meter dicke Mauern. Diese führen die mächtigen Absperrriegel.
Am Ausfluss senkt sich die Bodenplatte radial um einige Meter zum so genannten Kolksee ab; gleichermaßen verbreitern sich die Ausmaße auf 35 Meter wie bei einem „T“. Insgesamt hat das Bauwerk eine Höhe von 19,0 Metern. Die Staumauer wird 16,9 Metern Wasserhöhe widerstehen. Decken von 0,75 bis 0,96 Meter Dicke schließen das Gebäude nach oben ab. Für die Baugrube und das Umleitungsgerinne mussten 20.000 m³ Erdreich ausgehoben werden, davon 7.900 m³ Oberbodenabtrag.

Um die komplette Baugrube herum wurden über fünf Meter tiefe Schlitzwände erstellt, die mit Bentonit gefüllt wurden. Damit wurde der Zutritt von Fluss- und Grundwasser stark eingeschränkt. Der Damm soll zukünftig auch als westliche Umgehungsstraße für Wolterdingen fungieren; ein teures Brückenbauwerk wird hierdurch eingespart.

Schalarbeiten
Bereits in der Angebotsphase wurden Arbeitsvorbereitung und Taktplanung ATHLET mitberücksichtigt. Mit der ATHLET von PASCHAL konnte ein effizientes und schlüssiges Schalkonzept erstellt werden, das Aufwand und Verschleiß minimierte sowie die Arbeitsgeschwindigkeit und die Sicherheit verbesserte. Die Aufgaben sahen vor:
• Das Einschalen von zunächst 11,20 Meter Höhe in Taktbauweise,
• dabei enthaltend eine fest montierte und samt Schalung umsetzbare Sicherheitskonsole mit ebenso fest montierten Laufbelägen, Handläufen und Leitern, die MULTIP, sowie
• zusätzliche 8,40 Meter Schalhöhe als Kletterschalung;
• hierbei wurde die Last der Schalung von 4,00 Meter (!) auskragenden Stützböcken aufgenommen, die – horizontal gelegt – als Kletterkonsolen fungierten.
• Die Windlasten der Kletterschalung wurde auf der Gegenseite über GASS-Türme, die auch als Arbeitsgerüste dienten, abgetragen.
• Taktgrenzen und Fugen waren vom Planer bereits vorgegeben.

Die in 5,30 Meter Höhe gelegenen Decken des dreigeteilten Auslauf-Stollens sind bis 90 Zentimeter dick. Verfahrbare, projektbezogene Einheiten zu jeweils zwei Deckentischen mit jeweils 4,20 m Länge und 4,50 m Breite unterstützten die 11,60 Meter langen Betoniertakte. Die als Rammschild gegen schweres Treibgut gedachte „Tauchwand“ „schwebt“ freitragend in 12,80 Meter Höhe vor dem Auslassbauwerk und ist selbst 4,65 Meter hoch und 1,30 Meter dick.

Dabei konnte die Athlet viele Vorteile ausspielen:
• geringe Anzahl von Spannstellen,
• Frischbeton-Druckaufnahme von 92 kN/m² nach DIN 18218,
• strengste Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 7
• schnelles Umsetzen samt montierter MULTIP per Kranspiel.

Die Athlet
Die Großflächenschalung ATHLET ist eine Stahl-Rahmenschalung, welche sich hervorragend für den Einsatz im Industrie- und Ingenieurbau eignet. Sie bietet Rekordwerte bezüglich der Frischbetondruckaufnahme, der eingehaltenen Ebenheitstoleranzen und der geringen Anzahl von Spannstellen im Beton. Das durchdachte Schalungssystem erschließt darüber hinaus vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Hoch- und Tiefbau. Hohlkastenprofile aus hochfestem Stahl mit 16 cm Bauhöhe, trapez- bzw. hutförmige Querprofile, entsprechende Materialstärken und ihre konstruktive Optimierung erlauben höchste Frischbetondrücke.

Insgesamt wurden fast 1.000 m² Schalung gestellt. Der frische C35/45-Beton wurde zur Nachbehandlung noch 7 Tage in der Schalung belassen. Für das Bauwerk wurden 7.500 m³ Beton verbraucht und über 1.000 Tonnen Stahl.
Bauleiter Dipl.-Ing. Arno Fischer: „Die 1,5 Meter dicken Mauern bis in 19,00 Meter Höhe zu bewehren, waren nicht einfach; wir hätten eigentlich ein zwischen den Schalungen stehendes Gerüst gebraucht, doch hierfür fehlte uns der Platz. Aber wir wussten uns zu helfen.“ Und, über die Zusammenarbeit mit dem Schalungslieferanten: „Von der Arbeitsvorbereitung über die Logistik, die Einweisung des Baustellenpersonals, die Nachlieferung zusätzlichen Materials ... alles wurde perfekt gelöst.“

Traggerüste
Die Deckenarbeiten für die Fahrbahnplatten in 18,60 Meter Höhe wurden durch das Große Aluminium-Stützensystem GASS ermöglicht. Verkompliziert wurde das Bauwerk unter anderem durch längs der Mitte in etwa 10 Meter Höhe gelegene torpedoförmige Maschinenkammer, die den Staubalken durchdringt. Bereichsweise musste in verschiedenen Etagen und um Vorsprünge herum unterstützt werden.
Es wurden auch in dieser Höhe Stützenlasten bis 85 kN (also etwa 8,5 Tonnen!) pro Stiel abgeleitet.

Das Große Aluminium-Stützen-System GASS von PASCHAL ist eine Weiterentwicklung der auf dem Markt befindlichen Aluminium-Traggerüstsystemen. Mit einer zulässigen Tragkraft von 140 kN pro Stütze ist es das tragfähigste Aluminium-System, das sogar viele Systeme aus Stahl übertrifft. Es wird durch einen Aussteifungsrahmen stabilisiert und bildet so einen Turm. Der annähernd runde Querschnitt der Stütze ist die statisch optimale Form, mit wenig Material große Kräfte aufzunehmen. Die identisch aufgebauten Kopf- und Fußplatten haben durch ihre schachbrettartig strukturierte Oberfläche eine passgenaue Verbindung. Um das Gerüst schnell und sicher auf die jeweilige erforderliche Höhe zu bringen, wird diese mit einer Spindel eingestellt. Bei unebenem Grund und unterschiedlichen Endhöhen kann man an beiden Enden der Stütze eine Spindel montieren.

Im Vergleich zu anderen Systemen müssen weniger Stützen und andere Systemteile eingesetzt werden. Dies bedeutet nicht nur Zeiteinsparungen an Montage und Demontage. Wegen der einfachen und schnellen Handhabung aufgrund des geringen Eigengewichtes sowie des leicht zu verstehenden Zusammenbaus der Teile ist GASS vergleichbaren Systemen überlegen.

Aussichten
Anfang 2008 wurden die Betonarbeiten beendet und die Vorarbeiten für die Dammschüttungen ausgeführt. 2009 haben die Dammbauarbeiten begonnen; das Material wird Kosten und Wege sparend in unmittelbarer Nähe aus dem Berg gebrochen und mit geschätzten 30.000 Lkw-Fahrten transportiert. 2011 soll das Becken in Betrieb gehen. Die Kosten sind mit 22 Mio. Euro veranschlagt, davon 5 Mio. für das Durchlassbauwerk; die Donau-Anrainergemeinden engagieren sich mit 30 %. Zum Vergleich: Allein das Verhindern der volkswirtschaftlichen Schäden durch ein einziges großes Hochwasserereignis würde die Bauwerkskosten bereits wieder gut machen!

Vorarbeiten
In den Jahren 1997 bis 1999 wurde die raumordnerische Beurteilung durchgeführt, die mit dem Raumordnungsbeschluss endete. Im Jahre 2000 wurde mit der Objektplanung begonnen, die auch geotechnische Gutachten enthielt. 2003 wurde die Planfeststellung beschlossen.

Projektverlauf
13. Juli 2006: Spatenstich und Eröffnung der Bauphase
2006 bis 2008: Ausführung der Stahlbetonarbeiten
2006 bis 2011: Ausführung der Stahlwasserbauarbeiten
2008 bis 2011: Ausführung der Dammschüttung
2011: Inbetriebnahme des Hochwasserrückhaltebeckens

Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit eines Schalsystems hängt von vielen Einflussfaktoren ab. Ob man Lohnstunden einsparen kann, hängt auch davon ab, wie das eingesetzte Schalungssystem an verschiedene Grundrisse angepasst werden kann. Hierfür wiederum sind die jeweiligen Ausmaße der Schalelemente und die Anzahl der Zubehörteile mit entscheidend. Noch zu wenig Bedeutung wird in der Regel den Arbeitsplätzen an der Schalung beigemessen. Es sind zwar einzelne Lauf- oder Gerüstkonsolen lieferbar, doch diese müssen meist noch mit bauseits zu stellenden Belägen vervollständigt werden. Dazu ist aber relativ viel Zeit erforderlich und auch das Ergebnis entspricht nicht immer den bestehenden Vorschriften und Richtlinien bzgl. der Arbeitssicherheit. Kombiniert man jedoch die Schalsysteme von PASCHAL mit der MULTIP, der multifunktionalen Arbeitsplattform, dann liefert dieses Komplettsystem aus Schalung und Gerüst noch bessere Schalzeiten, verbunden mit der notwendigen Arbeitssicherheit. Diese ist gerade bei 20 Meter hohen Schalungen besonders wichtig. Die Basis dieses Komplettsystems sind fertige Beläge aus Stahl mit einem integrierten Seitenschutz, passend zu den Breiten der großflächigen Schalelemente. Diese bleiben nach einer einmaligen Vormontage stets mit dem Schalelement verbunden und können zusammen mit diesem per Kranspiel umgesetzt oder per Lkw transportiert werden, da sie raumfreundlich klappbar sind.

Somit entfällt die sich ständig wiederholende Montage und Demontage von Einzelkonsolen und losen Belägen. Der größte Vorteil besteht darin, dass alle Arbeiten an der Schalung sicher aus- geführt werden können. Das Montieren oder Demontieren der Krananhängungen, das Setzen und Lösen von Spannankern und Verbindungsmitteln oder das Befestigen einer zusätzlichen Gurtung erfolgt von sicheren Arbeitsplätzen aus schneller, und dadurch werden die Schalzeiten weiter minimiert.

Weitere Informationen:
PASCHAL-Werk G. Maier GmbH
Leitung Internationales PR-Management
Dipl.-Geol. Frank G. Gerigk
Kreuzbühlstraße 5
D-77790 Steinach

Autor:
Tel. 0 78 32 / 71 –2 86
Fax. 0 78 32 / 71 –2 09
mobil 01 70 / 9 00 01 93
frank.gerigk@paschal.de
www.paschal.de


Meilenstein für eine nachhaltige Bioenergienutzung

Baurechtliches, Energie, Nachhaltigkeit — geschrieben von bauinformant @ 16:48
Berlin, 10.06.2009

Kabinett beschließt Nachhaltigkeitsverordnung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien dürfen ab 1. Januar 2010 nur noch Pflanzenöle eingesetzt werden, die nachhaltig hergestellt worden sind. Dies sieht die Nachhaltigkeitsverordnung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung) vor, die das Bundeskabinett heute auf Initiative von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beschloss.

Mit der Verordnung werden die Nachhaltigkeitsanforderungen für die energetische Nutzung von flüssiger Biomasse, auf die sich die EU im Dezember 2008 geeinigt hat, für den Strombereich umgesetzt. "Dass wir die Anforderungen der EU in Rekordzeit umsetzen, zeigt, wie wichtig es uns ist, dass nur nachhaltig hergestellte Biomasse nach dem EEG vergütet wird", sagte Gabriel. "Mit dieser Verordnung setzen wir den Maßstab für die weitere Diskussion über eine nachhaltige Bioenergienutzung. Zugleich schaffen wir für alle Anlagenbetreiber, die Pflanzenöl zur Stromerzeugung einsetzen, frühzeitig Planungssicherheit."

Der Entwurf sieht vor, dass flüssige Biomasse, die nach dem EEG vergütet wird (z.B. Raps-, Palm- und Sojaöl), so hergestellt werden muss, dass ihr Einsatz zur Stromerzeugung im Vergleich zu fossilen Energieträgern mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase freisetzt. Bis zum Jahr 2018 wird diese Mindestanforderung schrittweise auf 60 Prozent angehoben. Zudem dürfen die Pflanzen nicht auf Flächen mit hohem Naturschutzwert, wie etwa Regenwäldern oder Feuchtgebieten, angebaut worden sein.

Auf die Nachhaltigkeitskriterien hatte sich die Europäische Union mit der Verabschiedung der Richtlinie zu erneuerbaren Energien im Dezember 2008 geeinigt. Die deutsche Verordnung nutzt die Spielräume, die die EU den Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung der Richtlinie insbesondere bei der finanziellen Förderung lässt, und verschärft die Anforderungen für den Bonus für nachwachsende Rohstoffe, indem sie vorschreibt, dass bereits frühzeitig möglichst hohe Treibhausgaseinsparungen erzielt werden müssen.

Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Deutschen Bundestages.


Bauinformant ist nicht der Autor der eingestellten Information. Das Urheberrecht ist durch einen Direktlink und/oder die Quellenangabe gekennzeichnet bzw. vom Urheber zur Veröffentlichung genehmigt. Falls Sie einen Verstoß gegen das Urheberrecht vermuten, bitten wir Sie um eine Mitteilung, bevor unnötige rechtliche Auseinandersetzungen entstehen.

 


35 Millionen Euro für ein neues RWTH-Forschungszentrum

Bauprojekte — geschrieben von bauinformant @ 14:01
Groß ist die Freude an der RWTH Aachen: Im Erweiterungsgebiet Melaten kann ein neues Forschungsgebäude errichtet werden. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz genehmigte jetzt 35 Millionen Euro für den Neubau des "Zentrums für mobile Antriebe" oder auch "Center for mobile propulsion".

Der Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen. RWTH-Institute der Fakultäten für Maschinenwesen, Elektrotechnik und Naturwissenschaften wollen dort gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich emissionsarme und energieeffiziente Antriebe für nachhaltige Mobilität erforschen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stefan Pischinger
Institut für Verbrennungskraftmaschinen
Telefon 0241/80-96201

Quelle: Pressetext RWTH Aachen


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Einzigartiges Wohnprojekt der AWO Hamburg eingeweiht

Wohnbau, Bauprojekte — geschrieben von bauinformant @ 08:54
 

Pressemitteilung von: AWO Hamburg e. V. 
PR Agentur: listen & tell, Agentur für Kommunikation
(openPR) - Junge Mütter mit Kindern, Menschen mit Behinderung und Demenz leben unter einem Dach / Neue Seniorenwohnanlage mit Serviceangeboten im Nachbarhaus / Staatsrat Dr. Voges nennt Konzept der Häuser vorbildlich

Hamburg, 9. Juni 2009 – Die AWO Hamburg hat heute ein in Hamburg einzigartiges Wohngruppenhaus und eine Wohnanlage für Senioren in Boberg im Stadtteil Lohbrügge (Bezirk Bergedorf) eingeweiht. Im Wohngruppenhaus in der Straße Boberger Anger werden drei moderne soziale Hilfsangebote unter einem Dach vereint: Das Erdgeschoss bietet neun Menschen, die demenziell erkrankt sind, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. Im 1. Stock leben künftig sechs Menschen mit schwerer Behinderung – sie erhalten ambulante Betreuung, Pflege und Eingliederungshilfe von Mitarbeitern der BHH Sozialkontor gGmbH, einem korporativen Mitglied des AWO Landesverbandes. Im 2. Stock ziehen in diesem Monat sechs junge Mütter zwischen 17 und 24 Jahren, die sich in sozialen Notsituationen befinden, mit ihren Kindern ein. Die Bewohnerinnen bekommen psychologische Hilfe und Unterstützung in Erziehungs- und Ernährungsfragen, so dass sie sich mit ihren Kindern in einem stabilen Umfeld weiterentwickeln können.

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Unter Mitwirkung aller Beteiligten – Betreuer und Bewohner – soll ein Haus entstehen, in dem es neben der Möglichkeit des Rückzugs in die eigenen Räumlichkeiten auch die der Teilnahme an einem regen gemeinschaftlichen Leben innerhalb der jeweiligen Wohngruppe gibt: Beispielsweise gemeinsames Gestalten des Gartens durch die Dementen-Wohngruppe, Kochen in der Gruppe der Behinderten auf der ersten Etage und intensive Diskussionen der jungen Mütter über die Gestaltung der Wohnküche im 2. Stock. Der Austausch wird künftig auch zwischen den einzelnen Gruppen gefördert: „Gemeinsame Musik- und Spiel-Aktivitäten im Gemeinschaftsraum unter dem Dach sind in Planung“, erläutert Wiebke Brose, Projektleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin des AWO Landesverbandes. Das Konzept hat die karitative ARD Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ so überzeugt, dass sie den Neubau des Wohngruppenhauses mit insgesamt 400.000 Euro gefördert hat, rund 18 Prozent der Gesamtkosten.

Im Nachbarhaus genießen inzwischen 59 Seniorinnen und Senioren in 46 Zwei-Zimmer-Wohnungen das neue AWO-Wohnangebot mit Service-Dienstleistungen („Betreutes Wohnen“). Brose: „Unser Ziel war es, den Bewohnern ein sehr modernes und selbstbestimmtes Wohnen zum kleinen Preis anzubieten. Darüber hinaus motivieren wir die Bewohner, aktiv zu bleiben, und fördern die Kontakte miteinander.“ Die AWO-Mitarbeiterin hat für die Bewohner beispielsweise schon eine Modenschau, einen wöchentlichen Klönschnack, einen gemeinsamen Brunch, Ausfahrten oder eine Informationsveranstaltung zum Thema Hausnotruf organisiert.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es künftig intensivere Kontakte zwischen den Bewohnern beider Häuser geben könnte: „Einige Senioren haben schon Interesse bekundet, Patenschaften für demenziell Erkrankte oder kleine Kinder des Wohngruppenhauses zu übernehmen – beispielsweise für gemeinsame Spaziergänge oder andere Aktivitäten“, betont Brose zuversichtlich.

Staatsrat Dr. Michael Voges von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz sagte bei der Einweihung der beiden neuen Häuser, dass sich die Menschen im Alter, bei Behinderung oder sonstigem Hilfebedarf so viel Normalität wie möglich bewahren wollten. „Die beiden neuen Häuser der AWO tragen diesem Wunsch Rechnung. Sie kombinieren bedarfsgerechte Unterstützung mit individueller Freiheit und einem größtmöglichen Maß an Privatsphäre. Das hat Vorbildcharakter.“

Die neuen Häuser der AWO zeichnen sich auch durch ihre ökonomische und ökologische Bauweise aus. Die wph Wohnbau und Projektentwicklung Hamburg GmbH setzte hierbei als Generalübernehmer neben regenerativen Energien wie zum Beispiel Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für ein gesundes Raumklima ein. Auch die Versorgung mit Wärme aus dem nahegelegenen Wärme-Kraft-Kopplungskraftwerk ermöglicht das Sparen von Energie. Gefördert wurden diese Maßnahmen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt.

Kontakt:
Wiebke Brose, stellv. Geschäftsführerin
Tel: 040 - 414023 - 0


AWO Hamburg e.V.
Rothenbaumchaussee 44
20148 Hamburg

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