Bauinformant bloggt Bauinformationen

Fraunhofer-Allianz BAU stellt nachhaltige Lösungen in China vor

Bauwirtschaft, Forschung — geschrieben von bauinformant @ 23:01

Der rasante strukturelle Wandel stellt China vor große ökologische, wirtschaftliche und soziale Herausforde-rungen. Wie lassen sich trotz explosionsartiger Urbanisierung Ressourcen nachhaltig einsetzen? Müssen ausgediente Industrieanlagen abgerissen oder können sie sinnvoll umgenutzt werden? Wie können Altbauten effizient und energetisch saniert werden? Auf der deutsch-chinesischen Promenade in der nordostchinesischen Metropole Shenyang stellt die Fraunhofer-Allianz BAU vom 12. bis zum 20. Juni 2009 innovative Lösungen aus der Bauforschung im Pavillon des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF vor.

China hat eine große Population und die Urbanisierungsrate steigt kontinuierlich. Nahezu die Hälfte der chinesischen Gesamtbevölkerung lebt bereits in Städten. Ein Bevölkerungswachstum um ein Prozent bedeutet eine Erhöhung der städtischen Population um fast zehn Millionen Menschen. Trotz einer konservativen Schätzung prognostiziert die UNO bis zum Jahr 2030 die Zuwanderung von weiteren 350 Millionen Chinesen in urbanen Ballungszentren.

Die Zuwanderung stellt die chinesischen Städte vor gewaltige Herausforderungen: Die Neuankömmlinge brauchen Wohnraum, Heizung, Wasser und eine funktionierende Infrastruktur. Deutschland bietet China für diese Herausforderung die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Lösungen an. Die vierte Station der größten deutschen Veranstaltungsreihe im Ausland, »Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung«, steht daher ganz im Zeichen der nachhaltigen Urbanisierung. Bei Konferenzen, Workshops und Ausstellungen werden relevante Bereiche wie Architektur, Bauen, Stadtplanung, Umweltschutz, Verkehr und soziale Mobilität von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert.

Mit ihren Forschungsschwerpunkten auf Fragen zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, der Gesundheitsverträglichkeit des Bauens und Wohnens sowie zu Problemstellungen der Produkt-, System- und Prozessoptimierung demonstriert die interdisziplinär aufgestellte Fraunhofer-Allianz BAU im BMBF-Pavillon anhand dreier Exponate exemplarisch nachhaltige Systemlösungen bei Planung, Realisierung und Nutzung von Gebäuden und Siedlungsstrukturen.

»Das Wachstum der Städte wird die Entwicklung im 21. Jahrhundert entscheidend beeinflussen, denn der Wettlauf um eine ökologisch nachhaltige Zukunft findet vor allem in den urbanen Zentren statt. Sie erzeugen Umweltprobleme, bieten jedoch zugleich die größte Chance auf nachhaltige Entwicklung«, erklärt Professor Klaus Sedlbauer, Sprecher der Fraunhofer-Allianz BAU und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP das Potential für Forschung und Entwicklung im Baubereich. »Die Bauforschung kann dabei einen entscheidenden, gesellschaftsrelevanten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten«, stellt Professor Sedlbauer klar. »Beim Thema Nachhaltigkeit ist die Baubranche die Schlüsselbranche, denn das Bauwesen verbraucht alleine die Hälfte aller Rohstoffe«, erklärt Sedlbauer exemplarisch.

 

Multifunktionelle Bausysteme: Die Nutzungsanforderungen an heutige Räumlichkeiten sind so vielfältig wie die Systeme, die in modernen Gebäuden integriert werden müssen. Anhand eines Demonstrators präsentiert das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP wie mit Hilfe multifunktionaler Bausysteme bauphysikalische Einflussfaktoren auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit wie Akustik, Raumklima, Beleuchtung und Luftqualität mit einem einzigen integralen Produkt reguliert werden können.

 

Energiesparender Anstrich: Am Beispiel des Einsatzes von wasserabweisenden Fassadenfarben auf ORMOCER®-Basis mit infrarotreflektierenden Pigmenten, anorganisch-organischen Hybridpolymeren, demonstriert das Exponat des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC, die Verringerung der Wärmeabstrahlung an Wandoberflächen. Diese Technologie reduziert den Energieverlust von Außenwänden um bis zu zehn Prozent.

 

Flexible Nahverkehrsysteme: Mit dem AutoTram-Konzept des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI präsentiert die Fraunhofer-Allianz BAU am BMBF-Stand eine attraktive, kostengünstige Alternative zu konventionellen Bussen und Bahnen. Die AutoTram weist eine variable Beförderungskapazität auf, kann im Zweirichtungsbetrieb eingesetzt werden und sich bei Bedarf zu einzelnen 12-Meter-Fahrzeugen entkuppeln lassen. 

Hintergrundinformationen:

Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung: Die Veranstaltungsreihe der Bundesrepublik Deutschland in China hat das Ziel, gegenseitiges Verstehen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit zu fördern und das Bild von Deutschland als einem zukunftsorientierten, innovativen Land zu stärken. Die Deutsch-Chinesische Promenade ist das Herzstück jeder mehrmonatigen Station der Reihe. Dort haben Besucher die Gelegenheit, deutsche Innovationskraft und kreative Ergebnisse deutsch-chinesischer Kooperation von Wissenschaft und Bildung über Kultur, Wissenschaft und Musik hautnah zu erleben. Träger der Veranstaltungsserie ist das Auswärtige Amt. Partner sind der Asien-Pazifik Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA), das Goethe-Institut und die Initiative »Deutschland – Land der Ideen«. Zwischen Herbst 2007 und Frühjahr 2010 gastiert »Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung« in wichtigen regionalen Zentren Chinas: Nanjing (2007), Chongqing, Guangdong (beide 2008) Shenyang, Wuhan (beide 2009) sowie einer weiteren Station 2010. Den Schlusspunkt setzt die Weltausstellung in Shanghai 2010. Die Veranstaltungsreihe steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und Staatspräsident Hu Jintao.

Fraunhofer-Allianz BAU: Verteilt auf 23 Standorte in Deutschland mit mehr als 3.600 Mitarbeitern und einem Gesamtforschungsbudget von rund 250 Mio. Euro haben sich 16 Fraunhofer-Institute zur Fraunhofer-Allianz BAU zusammengeschlossen. Zielsetzung der Allianz BAU ist es, wesentliche wie forschungsrelevante Fragestellungen zum Thema Bau vollständig innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft abbilden und bearbeiten zu können. Als interdisziplinäre Organisation fungiert sie als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik. Die Fraunhofer-Allianz BAU beschäftigt sich insbesondere mit der systematischen Betrachtung von Gebäuden - vom Werkstoff, über Bauteil, Raum und Gebäude bis hin zur kompletten Siedlung. Ins Portfolio fällt aber auch der chronologische Blickwinkel, der den gesamten Lebenszyklus umfasst – vom Entwurf, über die Errichtung bis zum Rückbau.


Baustoffe mit Low-e-Beschichtungen

Energie, Baustoffe — geschrieben von bauinformant @ 20:45
Neuartige Materialien für effiziente Gebäude
 
04.06.2009
Mit Low-e-Beschichtungen versehene Materialien wirken für die Wärmestrahlung wie Spiegel. Bislang war es nur im Labormaßstab möglich, handelsübliche Gewebe, Membranen und Folien durch eine mechanisch stabile und gut anhaftende Beschichtung mit Low-e-Eigenschaften auszustatten. In einem erfolgreichen Forschungsprojekt gelang es, derart beschichtete Baustoffe im industriellen Maßstab zu produzieren. Das neue BINE-Projektinfo „Low-e-Beschichtungen – Softe Hülle für hohe Ansprüche“ (5/2009) stellt die neuen Materialien vor.
Neuartige leichte und flexible Konstruktionen aus Membranen eröffnen Architekten Gestaltungsspielräume. Sie erlauben beispielsweise Überdachungen großer Areale, bei denen durch Transparenz oder Transluzenz verstärkt Tageslicht genutzt werden kann, gleichzeitig aber keine direkte Blendung auftritt. Die dabei verwendeten Glas- oder Textilgewebe setzen eindrucksvolle optische Akzente, sie benötigen aber auch neue Konzepte, den Energiebedarf von Gebäuden für die Beheizung und Klimatisierung zu optimieren. Low-e-Beschichtungen reduzieren im Sommer den Wärmeeintrag ins Gebäude und vermindern so die Kühllast. Im Winter reflektieren sie die Wärmeabstrahlung aus dem Innenraum und strahlen nur wenig Wärme nach außen ab. In einem Forschungsprojekt wurden Beschichtungen für textile Baustoffe entwickelt, die mechanisch stabil unter Beibehaltung der Textur auf Gewebe aufgebracht werden können. Das Bauelement erhält die gewünschte Low-e-Eigenschaft und kann mit beliebigen Farbwirkungen ausgestattet werden. Eine prototypische Großanlage demonstriert bereits die Marktreife des Verfahrens.

In begleitenden Studien untersuchten die Forscher die bauphysikalischen Voraussetzungen und die Einsatzmöglichkeiten von Low-e-beschichteten Materialien bei der Gebäudesanierung und im Neubau. Dabei ermittelten sie - abhängig von den letztendlich erreichbaren Produktionskosten – ein ermutigendes Marktpotenzial. Das BINE-Projektinfo „Low-e-Beschichtungen – Softe Hülle für hohe Ansprüche“ (5/2009) ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich – im Internet unter www.bine.info oder telefonisch unter 0228 – 923790.

Außenanlagen aus Farbbeton

Beton, Unternehmen & Produkte, Bauprojekte — geschrieben von bauinformant @ 17:52

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gartenhaus mit aufklappbarer Sommerküche ist aus Kalksandstein gemauert, verputzt und weiß gestrichen. Im Kontrast dazu steht seine auskragende Decke aus anthrazitfarbigem Sichtbeton.

Sommerfrische in weiß-grau: Einfamilienhaus in Mittelfranken erhält Außenanlagen aus Farbbeton

Ein Wohnzimmer im Freien wünschte sich eine Familie in Mittelfranken. Da die dafür vorgesehene Fläche im Südosten des Gartens direkt an das Nachbargrundstück grenzt, schirmt nun eine Wand aus anthrazitfarbenem Sichtbeton allzu neugierige Blicke ab. Aus demselben Material besteht die Decke des dazugehörigen Gartenhauses. Zusammen mit den weißen Wänden aus Kalksandsteinmauerwerk ergibt sich ein kontrastreiches Farbspiel.

Der Bungalow stammt ursprünglich aus den Sechziger Jahren. Nach einer umfassenden Sanierung in den 1980er Jahren entschlossen sich die jetzigen Eigentümer 2007 zu einer baulichen Erweiterung des Hauses. Im Zuge dieser Maßnahme sollten zugleich auch die Außenanlagen des weitläufigen Grundstücks ihren Bedürfnissen angepasst und zeitgemäß umgestaltet werden. Sie befanden sich noch weitestgehend auf dem Stand der Entstehungszeit des Gebäudes.

Architekt Graf gliederte den Garten neu, wobei er unterschiedliche Bereiche für den Aufenthalt im Freien schuf. Unmittelbar an den nach Süden ausgerichteten Bungalow schließt sich nun eine schmale Terrasse aus großformatigen Platten an. Davor liegt eine etwas breitere Zone, die abwechselnd als Pflanzbeet, Sonnendeck, Rasenfläche sowie als Holzdeck mit eingelassenem Wasserbecken gestaltet ist. Ein Plattenstreifen grenzt sie zur eigentlichen Rasenfläche hin ab. Hinter dem Becken weitet sich die Terrasse nach Osten hin auf. Ihr Plattenbelag schafft die Verbindung zwischen einem vorgelagerten Innenhof und dem neuen Gartenhaus der Familie.

Während sich der versteckte Hof hinter der Garage als puristischer Steingarten mit einem weiteren Holzdeck im Zentrum sowie einigen schlichten Farngewächsen präsentiert, ist die Fläche rund um das Gartenhaus mit Rasen und Pflastersteinen belegt. Die beiden Freibereiche bieten unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, sind jedoch beide gut vom nahe gelegenen Nachbarhaus abgeschirmt. Dafür sorgt eine etwa 2,50 bis 3,00 Meter hohe Sichtschutzwand aus Beton, die direkt auf der Grundstücksgrenze steht. Um dem Sichtbeton eine besondere Note zu verleihen, plante Architekt Graf eine Wand aus durchgefärbtem Beton. Er entschied sich für ein dunkles Anthrazitgrau, so dass Schmutz und Algen nicht so deutlich in Erscheinung treten, aber trotzdem interessante Farbeffekte entstehen. Auf der dem Grundstück zugewandten Seite wurde die Sichtbetonoberfläche sandgestrahlt, wodurch viele Luftblasen zum Vorschein kamen. Insgesamt ergibt sich somit eine abwechslungsreiche Textur aus rauen Stellen und Vertiefungen, in der sich Licht- und Schattenspiele abzeichnen. Der Architekt ließ die Wand ohne Abdeckung ausführen, damit sich im Lauf der Zeit eine Patina bildet.

Das neue massive Gartenhaus ersetzt eine schmucklose hölzerne Hütte für Gartengeräte. Es ist aus Kalksandstein gemauert, der im Inneren sichtbar belassen, außen jedoch verputzt und weiß gestrichen wurde. Das Häuschen besitzt eine weit auskragende Sichtbetondecke aus ebenfalls anthrazitfarbenem Farbbeton, die konisch geschalt wurde. Die Decke schützt die Sommerküche, die durch Aufklappen einiger Läden entsteht. Die Schalungsarbeiten an der Decke des Gartenhauses waren sehr aufwendig, da die Tropfkanten und ein Wasserspeier mit eingearbeitet werden mussten. Die Deckenuntersicht wurde nicht sandgestrahlt, sondern glatt belassen, wodurch ein schöner Kontrast zur rauen Sichtbetonwand entsteht. Hinter einer frei stehenden Wandscheibe verbirgt sich eine Gartendusche. Ein quadratischer Sitzstein vor der Küchenzeile wurde ebenfalls aus dem Sichtbeton erstellt.

Da der neu gestaltete Außenbereich weit von der Straße entfernt liegt, musste der von der TBG Transportbeton Franken GmbH & Co.KG gelieferte Beton in den hinteren Teil des Grundstücks gepumpt werden. Zudem war es erforderlich, früh morgens zu betonieren, damit sich im Mischer und der Pumpe keine Betonreste von anderen Baustellen befanden, die den Sichtbeton hätten verunreinigen können. Die TBG Transportbeton Franken GmbH & Co.KG, Fürth, eine Beteiligung der HeidelbergerBeton GmbH, stellt höchste Ansprüche an die Qualität ihrer gelieferten Betone. Darüber hinaus sorgte sie im Vorfeld der Baumaßnahme auch für die entsprechende fachgerechte Beratung von Planer und Bauherr. Architekt Graf und die ausführende Firma legten großen Wert darauf, alle eingefärbten Bauteile auf einmal zu betonieren, um keine gravierenden Farbunterschiede zu erhalten. Vorab wurden Musterplatten angefertigt, nach deren Qualitätsprüfung schließlich die Freigabe für die Baumaßnahme erfolgte. Dabei stellte sich heraus, dass der ursprünglich vorgesehene Farbzusatz auf Kohlenstoffbasis nicht verwendet werden konnte, da er ein zu dunkles Ergebnis erzielte. Stattdessen färbte man die Betonteile mit HB Color Flüssigfarbe auf Eisenoxidbasis ein, die genau die gewünschte Färbung lieferte.

Auf diese Weise ist im Garten des Bungalows ein geschützter Aufenthaltsbereich entstanden, der zum Verweilen einlädt. Das „Wohnzimmer im Freien“ orientiert sich in seiner weiß-grauen Farbgebung an der Gestaltung des Wohnhauses: Während dessen ältere Bauteile in weiß belassen wurden, stellt die imposante, auf der Nordseite neu eingefügte Küchenerweiterung in anthrazitfarbener Plattenverkleidung den Bezug zum Farbbeton der Außenanlagen her.

Bautafel
Architekt: Anton Graf, Nürnberg
Bauunternehmer: Laise + Ruhm, Nürnberg
Betonlieferant: TBG Transportbeton Franken GmbH & Co KG, Fürth (eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH)
Schlosserarbeiten: Kleinlein, Nürnberg
Dachdeckerarbeiten: Schellhorn, Nürnberg
Schreinerarbeiten: Maier, Kastl
Gartenbau: Häberlein, Nürnberg
Installationen: Remus, Nürnberg

Verbauter Beton: etwa 25 cbm, Sichtbetonklasse III
Verwendete Farbe: HB Color Flüssigfarbe auf Eisenoxidbasis in anthrazit
Bauzeit: Mai 2008 bis April 2009


 

Weitere Fotos:

 
Direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück gelegen, sorgt die Sichtschutzwand aus
eingefärbtem Beton
für ungestörte Aufenthalte im Freien. 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Den quadratischen Sitzstein zwischen Terrasse und Gartenhaus ließ Architekt Graf
ebenfalls in Farbbeton erstellen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine frei stehende Wandscheibe aus anthrazit eingefärbtem Sichtbeton
schirmt die Außendusche vom restlichen Gartenbereich ab.


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75 Prozent der öffentlichen Gebäude noch ohne Energieausweis

Energie — geschrieben von bauinformant @ 15:12

75 Prozent der öffentlichen Gebäude noch ohne Energieausweis

Rathäuser, Schulen & Co. müssen ab dem 1. Juli ihre Energiebilanz vorzeigen

04.06.2009

Ab dem 1. Juli 2009 muss in öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr und über 1.000 Quadratmetern Nutzfläche ein Energieausweis deutlich sichtbar aushängen. Allerdings haben bisher noch 75 Prozent dieser Gebäude keinen Energieausweis vorzuzeigen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) unter Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen als Eigentümern von Nichtwohngebäuden*. Die Aushangverpflichtung betrifft insgesamt ca. 55.000 öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Schulen, Kindergärten, Landratsämter oder Krankenhäuser.

"Die Umfrage hat gezeigt, bis zur Einführung des Energieausweises für Nichtwohngebäude haben die öffentlichen Eigentümer noch eine Menge zu tun", kommentierte Thomas Kwapich, Bereichsleiter bei der dena. "Für Bund, Länder und Kommunen ist der Energieausweis aber auch eine große Chance. Denn er zeigt, wie es um die Energieeffizienz der einzelnen Gebäude steht und mit welchen Modernisierungsmaßnahmen die Energiekosten wirkungsvoll gesenkt werden können."

Von den Energieausweisen, die bisher für öffentliche Gebäude ausgestellt wurden, sind 40 Prozent bedarfsorientiert und 60 Prozent verbrauchsorientiert. Der Bedarfsausweis basiert auf einer technischen Analyse des Gebäudes durch einen Fachmann. Die Bewertung der Energieeffizienz eines Gebäudes ist darin unabhängig vom Nutzerverhalten. Dagegen basiert der Verbrauchsausweis auf den Energieverbrauchsabrechnungen aus den letzten drei Jahren.

"Die dena begrüßt den hohen Anteilen an bedarfsorientieren Energieausweisen", sagte Kwapich. "Der Bedarfsausweis bietet der öffentlichen Hand eine gründliche Analyse ihrer Gebäude und ist eine sehr gute Basis zum Einstieg in die Modernisierung." Auf die Frage, ob sie in den nächsten fünf Jahren eine umfangreiche energetische Modernisierung in ihren Nichtwohngebäuden planen, gaben 83 Prozent der befragten Eigentümer eine positive Antwort.

Ab dem 1. Juli 2009 gilt außerdem für alle Nichtwohngebäude, also auch für die in privater Hand: Bei Vermietung, Verkauf und Verpachtung ist der Energieausweis Pflicht. Der Eigentümer muss dem potenziellen Interessenten spätestens auf Nachfrage ein solches Dokument vorlegen. Für Wohngebäude wurde die Energieausweispflicht bereits am 1. Juli 2008 stufenweise eingeführt. Seit dem 1. Januar 2009 benötigen alle Wohngebäude einen Energieausweis, wenn sie neu vermietet, verkauft oder verpachtet werden.

Quelle: Pressetext Deutsche Energie-Agentur (dena), Berlin


Baugewerbe fordert Vorfahrt für Mittelstand in Europa

Allgemein — geschrieben von bauinformant @ 09:58

Pressetext des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe

„Think small first“ darf kein Lippenbekenntnis sein.

Im Hinblick auf die am kommenden Sonntag stattfindende Wahl zum Europäischen Parlament hat der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, auf die Bedeutung dieser Wahl für das deutsche Baugewerbe hingewiesen:

„Auch die mittelständische Bauwirtschaft ist von vielen Entscheidungen Brüssels betroffen: Ich erinnere an die Anti-Diskriminierungs-, Entsende- oder an die – glücklicherweise verhinderte – „Sonnenschein“-Richtlinie.“

Für das mittelständische Baugewerbe geht es auf europäischer Ebene zukünftig vor allem darum, dem Prinzip „Vorfahrt für den Mittelstand“, wie es 2008 in dem sog. Small Business Act niedergelegt wurde, eine konsequente Anwendung zu verschaffen. Leitbild jeglicher europäischer Wirtschafts- und Sozialpolitik muss die soziale Marktwirtschaft sein. Kreativität, Innovationen und Existenzgründungen können nur in einem Klima der Freiheit gedeihen, welches Eigeninitiative, Leistungswillen und Selbstverantwortung belohnt.

„Gerade die derzeitige Wirtschafts- und Finanzmarktkrise zeigt die Bedeutung der mittelständischen Unternehmen. 99 % aller Unternehmen in der EU haben weniger als 250 Beschäftigte und gelten als Mittelstand. Diese Betriebe stellen mehr als zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Ein signifikanter Beschäftigungsaufbau hat in den letzten Jahren in Europa nur im Mittelstand stattgefunden. Daher müssen die Wachstumskräfte gerade dieser Betriebe nachhaltig gestärkt werden. Dass derzeit Milliarden an Steuergeldern in marode Konzerne gesteckt werden, ist aberwitzig und wird notwendige marktwirtschaftliche Anpassungsprozesse nicht verhindern können.“ So Loewenstein weiter.

„Nur ein handlungsfähiges Europa ist Garant für Freiheit und Wohlstand in nunmehr 27 Mitgliedsstaaten. Mehr Demokratie und Transparenz – dazu gehört notwendigerweise auch der Abbau überflüssiger Bürokratie - auf der einen, aber auch mehr Handlungsfähigkeit und Subsidiarität auf der anderen Seite müssen Ziele europäischer Politik sein. Die EU muss überall dort gestärkt werden, wo Probleme über Grenzen hinweg besser und effektiver gelöst werden können als in einzelnen Mitgliedstaaten und Regionen.“ Erklärte Loewenstein abschließend.

 


    Ø Die politischen Forderungen des deutschen Baugewerbes zur Europawahl finden Sie auf www.zdb.de.

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Baumarktbranche: bringt der Frühling einen Renovierungs- und Umsatzboom?

Bauwirtschaft — geschrieben von bauinformant @ 00:13

Vielleicht ein gutes Vorzeichen für das Modernisierungs- und Sanierungsjahr 2009: Auf dem Do It Yourself-Markt deutet sich nach einer happigen Durststrecke im ersten Quartal eine Frühjahrsbelebung an, die den Branchenumsatz aus den Tiefen des Jammertals hieven könnte - vor allem Produkte für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten brachten die Ladenkassen im April zum Klingeln. Wie haben sich die verschiedenen Warengruppen entwickelt?

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Heimwerker-, Bau und Gartenfachmärkte (BHB) Verbandes gingen die Umsätze der Bau- und Heimwerkermärkte im ersten Quartal flächenbereinigt insgesamt um4,8 Prozent zurück, vor allem wegen deutlicher Einbrüche in den Monaten Januar und Februar. Im März lagen die Umsätze bereits 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert, offenbar aufgrund zahlreicher Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten. Im April hat sich der positive Frühlingstrend fortgesetzt: Vor allem Produkte für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten, speziell im Sanitärbereich, ließen sich im April gut verkaufen.

In der Warengruppe Innenausbau und Trockenbau gab es ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum April 2008. Die im letzten halben Jahr besonders mauenUmsätze bei Tapeten und Farben sind im April sogar um bis zu 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen - in einige Filialen kam der Nachschub laut BDB zeitweise zum Erliegen.

Praktiker: Kurzarbeit (fast) ade?
Ein besonders deutliches Beispiel für die verbesserte Geschäftslage der Baumärkte im April bietet der angeschlagene Praktiker-Konzern: Anfang des Jahres hatte Praktiker noch spektakuläre Negativschlagzeilen gemacht - mit der umfassendsten Kurzarbeitskampagne, die der deutsche Einzelhandel je gesehen hat. Nun wurden im April nach Angaben von Praktiker der Verlust des gesamten ersten Quartals kompensiert: Nur noch in 32 Filialen ist seither Kurzarbeit beibehalten worden .Anfang März waren es noch ganze 81 Filialen.

Doch ob der erfolgreiche April die Trendwende bringt, bleibt noch abzuwarten. Die ersten drei Monate des Jahres belasten schon einmal die Jahresbilanz mit einem Umsatzminus in fast allen Warengruppen. Das zeigt der BHB/GfK-Report für diesen Zeitraum, der die Umsatzentwicklung der Bau- und Heimwerkermärkte mit einer überdachten Verkaufsfläche von mindestens 1.000 Quadratmetern beobachtet und bewertet. Im Ergebnis für das erste Quartal 2009 sticht lediglich das Segment Sanitär und Heizung noch als einziges Segment mit einem unbereinigten Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent heraus. Die Warengruppe, die sich am negativsten vom Ergebnis im Vorjahresquartal abhebt, ist mit Abstand das Holz- und Kunststoffsortiment (-9,1 Prozent), gefolgt von der Gartenhartware (-5,4 Prozent), Selbstbaumöbeln (-4,8 Prozent) und Fliesen (-4,6 Prozent).

Quelle: Website bauinfoconsult, Düsseldorf


Betonieren bei sommerlicher Witterung

Beton, Baustoffe — geschrieben von bauinformant @ 00:07

Betonieren bei sommerlicher Witterung: Tipps zum Verlegen von Bordsteinen, Pflastersteinen und Platten

Bei hohen Temperaturen, starker Sonneneinwirkung und viel Wind werden an der Baustelle gelagerte Bordsteine, Pflastersteine oder Platten stark aufgeheizt und trocknen aus. Dies führt zu einem erhöhten Saugvermögen und hat entscheidende Auswirkungen auf den Umgang mit dem Beton, der zum Verlegen verwendet wird.

Im Straßenbau bzw. im Garten- und Landschaftsbau werden häufig „erdfeuchter“ Beton (Konsistenz C1) oder Sondermischungen eingesetzt. Beide Baustoffsorten sind konsistenzbedingt wasserarm. Kommt erdfeuchter Beton oder die Sondermischung in Kontakt mit den aufgeheizten Steinen und dem trockenen Untergrund, so wird sofort das wenige vorhandene Wasser entzogen und steht zur Hydratation nicht mehr zur Verfügung. Die Folge ist eine schnelle und nicht umkehrbare Austrocknung, die zu einem dramatischen Festigkeitsabfall führt. Im schlimmsten Fall ist keine Festigkeit mehr vorhanden.

Was ist zu tun?

Mit einfachen Maßnahmen kann man diese gravierenden negativen Auswirkungen ausschalten:

  • Zeitnahes Vornässen der zu versetzenden Steine und Platten verhindert ein zu großes Saugvermögen. Größere Bevorratungen sollten vor der Verarbeitung abgedeckt und feuchtgehalten werden, um so ein zu schnelles Austrocknen zu vermeiden.
  • Die vorrätig gehaltenen Betonmengen sollten der Einbauleistung angepasst sein. Man sollte den Baustoff mit Kunststoffplanen vor Sonne oder Wind schützen. Werden Betonverzögerer eingesetzt, können auch sie nur wirken, wenn genügend Wasser vorhanden ist.
  • Sondermischungen müssen durch geeignete Maßnahmen verdichtet werden, um die erforderliche Dichtigkeit zu erreichen.
  • Nach Ende der Betonage muss, wie es auch die Norm fordert, der Beton / die Sondermischung so früh wie möglich nachbehandelt werden, also: abdecken und ausreichend feucht halten.

Werden diese einfachen Regeln nicht eingehalten, führt das zu porösem und „verbranntem“ Beton. Die geforderten Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit und Dauerhaftigkeit können dann nicht mehr erreicht werden.

Allgemeine Informationen zum „Betonieren im Sommer“ finden Sie in unserer gleichnamigen Broschüre, die Sie über das Internet kostenlos bestellen können unter: http://www.cemex.de/infomaterial_bestellung

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Mehr Informationen über den Werk- und Baustoff Beton finden Sie auch auf:

http://www.bauinformant.wordpress.com
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