Wie lange bleibt der Bau- und Installationsarbeitsmarkt 2009 stabil?
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt droht wieder ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit. Doch die Arbeitsmarktsituation im Baugewerbe sieht derzeit noch weitaus weniger dramatisch aus als in Branchen wie der Exportgüterindustrie. Zwar hat das Jahr beschäftigungsschwach angefangen, doch das lag wohl mehr an der tatsächlichen meteorologischen als an der ökonomischen Kaltfront: Die saisonübliche Frühjahrsbelebung im März und April ließ trotz schleppender Auftragseingänge jedenfalls nicht auf sich warten. Dennoch sind die Erwartungen an den Bauarbeitsmarkt 2009 gedämpft. Wie hat sich die Situation in den verschiedenen Bau- und Installationsberufen entwickelt und wie sind die Aussichten für die Zukunft?
Der im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten geringere Beschäftigungsstand im Bauhauptgewerbe, der sich im Januar und Februar 2009 nachweisen lässt, dürfte hauptsächlich witterungsbedingt gewesen sein: Die kalten Wintermonate haben nicht nur die Arbeitslosenzahlen, sondern auch die Produktion im Baugewerbe auf Eis gelegt. Nach dem strengen Winter dürfte die Frühjahrsbelebung desto stärker ausfallen und da die ersten Baumaßnahmen im Rahmen der Konjunkturprogramme bereits umgesetzt werden, dürfte sich zumindest vorübergehend die Beschäftigungslage stabilisieren.
Allerdings droht der allgemein erwartete Arbeitsplatzschwund die Baubranche spätestens dann zu erreichen, wenn die Wirkung der Konjunkturpakete abklingen wird. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hat Anfang Mai 2009 bereits die Erwartung geäußert, dass allein im Bauhauptgewerbe 10.000 Arbeitslose zu erwarten sind. Das entspräche einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 1,5 Prozent.
Arbeitslosigkeit am Bau im April 2009
Die
Anzahl der Personen, die im April 2008 in Bau- und Installationsberufen
bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet waren, lag in allen
Berufen unter der Zahl vom Vormonat. Insofern kann man bereits die
Spuren der branchenüblichen Frühjahrsbelebung nach den strengen
Wintermonaten erkennen. So waren allein 10 Prozent weniger Personen in
Bauberufen, 9 Prozent weniger Maler und Lackierer, 8 Prozent weniger
Feinblechner und Installateure und 6 Prozent weniger Bauausstatter im
April 2009 arbeitslos gemeldet als im März.
Im Vergleich zu den Beständen des Vorjahresmonats sieht die Situation im April 2009 allerdings vor allem im Ausbaubereich deutlich angespannter aus. Offensichtlich haben viele der kleinen Ausbauhandwerksbetriebe bereits mit Streichungen reagiert. So lag die Arbeitslosenzahl bei den Feinblechnern und Installateuren im April 2008 um ein Viertel, bei den Malern und Lackierern sogar um ein Drittel unter der Zahl vom April 2009. Bei den Bauausstattern sieht die Diskrepanz mit 3 Prozent wesentlich moderater aus, ebenso bei den überwiegend im Rohbau angesiedelten Bauberufen mit 4 Prozent.
Hintergrund: Arbeitslosigkeit in der Bau- und Installationsbranche seit 1998 bis 2008
Da
seit 2005 Arbeitslose, die nicht von der Arbeitsagentur, sondern von
kommunalen Trägern betreut werden, nicht mehr in die
Arbeitslosenstatistik der Agentur für Arbeit einfließen und da
obendrein ein geändertes Erhebungsverfahren und unregelmäßige Meldungen
ab 2008 die Vergleichbarkeit der Zahlen einschränken, kann man die
Arbeitslosenzahlen in Bauberufen nur sehr eingeschränkt als Indikator
für die Entwicklung der letzten Jahre heranziehen. Dennoch kann man ab
2006 einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen erkennen, der
sich auch 2008 überwiegend fortgesetzt zu haben scheint.
Quelle: Website Bauinfoconsult, Düsseldorf; www.bauinfoconsult.de
