Versorgungssicherheit bei Einhaltung
langfristiger CO2-Reduktionsziele?
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 31. März 2010. - Der Anteil erneuerbarer
Energien an der Stromversorgung nimmt immer mehr zu. Grund dafür sind
unter anderem die festgelegten Einspeisevergütungen, die zum Klimaschutz
beitragen sollen. Mit ihnen sollen Politikziele für den Anteil
erneuerbarer Energien an der Energieversorgung erreicht werden. Die
Stromein- und Stromausspeisung muss aus technischen Gründen zu jeder
Zeit ausgeglichen sein, damit keine Fehlfunktionen im Netz auftreten und
der erzeugte Strom eine ausreichende Qualität besitzt.
Da die Menge des eingespeisten elektrischen Stroms der meisten
aus heutiger Sicht in Frage kommenden Technologien von der Höhe der
aktuell herrschenden Windgeschwindigkeiten bzw. Sonnenstrahlung an den
jeweiligen Standorten abhängt, bringt die Nutzung erneuerbarer Energien
auch Unwägbarkeiten mit sich, die diskutiert und geklärt werden müssen.
Daher veranstaltete die Europäische Akademie vom 24. bis 26.3.2010 ihre
Frühjahrstagung zum Thema "Sichere Stromversorgung und erneuerbare
Energien. Versorgungssicherheit bei Einhaltung langfristiger
CO2-Reduktionsziele?" im Wissenschaftszentrum Bonn. Dazu wurden, als
Auftakt zur Tagung, in einem öffentlichen Abendvortrag von Professor Dr.
Kornelis Blok (Universität Utrecht) der derzeitige Stand der
wissenschaftlichen und politischen Diskussion von Zukunftsszenarien und
Klimaschutzzielen sowie geforderte Beiträge der weltweiten
Energieversorgung diskutiert.
Versorgungssicherheit bei Einhaltung
langfristiger CO2-Reduktionsziele?
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 31. März 2010. - Der Anteil erneuerbarer
Energien an der Stromversorgung nimmt immer mehr zu. Grund dafür sind
unter anderem die festgelegten Einspeisevergütungen, die zum Klimaschutz
beitragen sollen. Mit ihnen sollen Politikziele für den Anteil
erneuerbarer Energien an der Energieversorgung erreicht werden. Die
Stromein- und Stromausspeisung muss aus technischen Gründen zu jeder
Zeit ausgeglichen sein, damit keine Fehlfunktionen im Netz auftreten und
der erzeugte Strom eine ausreichende Qualität besitzt.
Da die Menge des eingespeisten elektrischen Stroms der meisten
aus heutiger Sicht in Frage kommenden Technologien von der Höhe der
aktuell herrschenden Windgeschwindigkeiten bzw. Sonnenstrahlung an den
jeweiligen Standorten abhängt, bringt die Nutzung erneuerbarer Energien
auch Unwägbarkeiten mit sich, die diskutiert und geklärt werden müssen.
Daher veranstaltete die Europäische Akademie vom 24. bis 26.3.2010 ihre
Frühjahrstagung zum Thema "Sichere Stromversorgung und erneuerbare
Energien. Versorgungssicherheit bei Einhaltung langfristiger
CO2-Reduktionsziele?" im Wissenschaftszentrum Bonn. Dazu wurden, als
Auftakt zur Tagung, in einem öffentlichen Abendvortrag von Professor Dr.
Kornelis Blok (Universität Utrecht) der derzeitige Stand der
wissenschaftlichen und politischen Diskussion von Zukunftsszenarien und
Klimaschutzzielen sowie geforderte Beiträge der weltweiten
Energieversorgung diskutiert.
Im ersten Hauptteil der Tagung stellte Dr.-Ing. Joachim Nitsch
(Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Stuttgart) unter
anderem die sogenannten "Leitszenarien" des Bundesumweltministeriums
dar. Diese zeigen Möglichkeiten für die Einhaltung der Ziele für
Deutschland bis 2050 unter umfangreicher Verwendung erneuerbarer
Energien auf. Aus ihnen wird deutlich, wie diese Ziele unter den
gesetzten Annahmen, u.a. für die Technologieentwicklung, erreicht werden
könnten. Priv.-Doz. Dr. Dietmar Lindenberger (Universität zu Köln)
präsentierte die Ergebnisse aus den Netzstudien der Deutschen
Energie-Agentur GmbH (dena). Dabei nannte er Möglichkeiten zur
Integration von Windkraftanlagen in die deutsche Stromversorgung bis zum
Jahre 2015 bzw. 2020/2025 und betonte die Notwendigkeit der
europäischen Perspektive für einen effizienten Ausbau der Nutzung
erneuerbarer Energien.
Ein weiterer Tagungsschwerpunkt waren die technischen Möglichkeiten zum
Ausgleich schwankender Stromeinspeisungen in den Bereichen elektrische
Netze und Energiespeicher. Zunächst stellte Professor Dr.-Ing. Christian
Rehtanz (TU Dortmund) die Herausforderungen und Möglichkeiten zur
Integration erneuerbarer Energien in die elektrischen
Stromversorgungsnetze dar: Lösungen für Netzengpässe sowie derzeit
mangelnde Flexibilität in den Verteilnetzen könnten unter anderem
koordinierte Lastflussregelung, Gleichstromübertragungsleitungen und
Endkundenbeteiligung sein. Des Weiteren gab Professor Dr. Dirk Uwe Sauer
(RWTH Aachen) einen Überblick über Optionen und Einsatzmöglichkeiten
zur Speicherung von elektrischer Energie und entwickelte ein
Technologieszenario, in dem vor allem Wasserstoff und Pumpspeicher für
den Ausgleich in Zeiträumen von mehr als ein paar Tagen verwendet
werden; für kürzere Zeitskalen wären beispielsweise Fahrzeugspeicher,
thermische Spei-cher und Smart-Grid-Management denkbar. Im letzten
Sektionsbeitrag zur technischen Integration erneuerbarer Energien in die
Stromversorgung stellte Professor Dr. Dr.-Ing. Hans Müller-Steinhagen
(Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Stuttgart/Universität
Stuttgart) das Desertec-Konzept, eine Industrie-Initiative zur sicheren
und umweltfreundlichen Stromversorgung, und seine Integration in einen
Stromverbund aus EU- und Mittelmeer-Anrainerstaaten (MENA) vor. Zur
Sicherung einer gleichmäßigen Einspeisung werden dabei unter anderem
solarthermische Kraftwerke mit effizienten Wärmespeichern und
Gleichstromübertragungsleitungen kombiniert.
Im dritten Teil der Tagung wurden rechtliche und wirtschaftliche
Rahmenbedingungen für die Integration erneuerbarer Energien untersucht.
So diskutierte Professor Dr. Thomas Ziesemer (Universität Maastricht)
zunächst ökonomische Rahmenbedingungen für Marktökonomien und schlug
vor, diese grundlegend zu überarbeiten. Darauf folgend ging Professor
Dr. Jens-Peter Schneider (Universität Osnabrück) auf derzeitige
rechtliche Regelungen und Möglichkeiten für Weichenstellungen für
zu-kunftsfähige Energiesysteme vor dem Hintergrund des aktuellen
Rechtsrahmens in Deutschland und Europa ein, zum Beispiel auf die Frage
von Zuständigkeiten für den Bau von Speichern und Nut-zungskonflikte von
Speichermedien wie Gaskavernen. Den Abschluss bildeten Kommentare von
Industrievertretern (EWE, citiworks, E.ON, RWE) zum Thema. Dabei wurden
erste Ansätze zur Integration erneuerbarer Energien gezeigt und eine
Reihe von weiteren bisher ungeklärten Fragen aufgeworfen.
Insgesamt wurde deutlich, dass zwar bereits Konzepte und Technologien
für die Integration erneuerbarer Energien existieren, diese allerdings
weiterer Entwicklungen bedürfen. Aufgrund der Langfristigkeit der
Entwicklung und Implementierung einzelner technischer Maßnahmen sowie
möglicherweise notwendiger struktureller Anpassungen von Märkten und der
Regulierung elektrischer Netze sollten parallel zur Förderung der
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien unterstützende Konzepte und
Maßnahmen zu ihrer Integration weiter ausgearbeitet und umgesetzt
werden.
- Die Tagungsbeiträge finden Sie auf der Homepage der Europäischen
Akademie: www.ea-aw.de
- Referenten: Professor Dr. Kornelis Blok (Universität Utrecht); Andreas
Brabeck (RWE AG, Essen); Vera Brenzel (E.ON, Düsseldorf); Jörg-Werner
Haug (citiworks AG, München); Dr. Wolfram Krause (EWE AG, Oldenburg);
Priv.-Doz. Dr. rer. pol. Dietmar Lindenberger (Universität zu Köln);
Professor Dr. Dr.-Ing. Hans Müller-Steinhagen (Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt e.V., Stuttgart/Universität Stuttgart); Dr.-Ing.
Joachim Nitsch (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.,
Stuttgart); Professor Dr.-Ing. Christian Rehtanz (TU Dortmund);
Professor Dr. rer. nat. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen); Professor Dr. jur.
Jens-Peter Schneider (Universität Osnabrück); Professor Dr. rer. pol.
Thomas Ziesemer (Universität Maastricht)
- Wissenschaftliche Koordination: Dr.-Ing. Bert Droste-Franke
(Europäische Akademie GmbH)
Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen
wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler gGmbH
wurde 1996 vom Land Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Zentrum für Luft-
und Raumfahrt e.V. (DLR) gegründet. Direktor der Gesellschaft ist der
Philosophieprofessor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann.
Wissenschaftlich-interdisziplinäre Arbeitsgruppen widmen sich der
Erforschung und Beurteilung von Folgen wissenschaftlich-technischer
Entwicklungen für das individuelle und soziale Leben des Menschen und
seine natürliche Umwelt. In wissenschaftlicher Unabhängigkeit führt die
Akademie einen Dialog mit Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft.
Damit will sie zu einem rationalen Umgang der Gesellschaft mit Folgen
wissenschaftlich-technischer Entwicklungen beitragen.
Weitere Informationen erhalten Sie über die Homepage www.ea-aw.de.